Youth Olympic Games: Marie und Henry im Interview

04.10.2018 12:11 von Jonas Konrad

Marie Horn und Henry Graf starten bei den YOG in Buenos Aires.

Vom 6. bis 18. Oktober finden in Buenos Aires (ARG) die Youth Olympic Games statt, die olympischen Spiele für die talentiertesten Nachwuchsathleten der Welt. Unter den 75 Sportlerinnen und Sportler, die der DOSB für die Wettkämpfe in Südamerika nominiert hat, befinden sich auch zwei Triathleten.

Marie Horn (Bayern/SK Ramsau) und Henry Graf (Hessen/MTV Kronberg) haben gemeinsam mit DTU Bundestrainer Sichtung Steffen Justus die Reise nach Argentinien angetreten. Vor dem Abflug haben wir mit den zwei jungen Talenten über ihre Erwartungen an Buenos Aires und das tägliche Leben zwischen Schule und Triathlon gesprochen.

 

Hallo Marie, Hallo Henry. Während sich die meisten Triathleten im Oktober in die Off-Season verabschieden, steht für euch mit den Youth Olympic Games das Highlight der Saison erst noch an. Wie kamt ihr an die begehrten Startplätze in Buenos Aires?

Henry: Bei mir lief die Saison von Beginn an sehr gut. Durch den zweiten Platz beim Jugendcup in Forst bekam ich die Chance, beim europäischen Qualifikationsrennen in Banyoles (Spanien) um einen der Startplätze für Buenos Aires zu kämpfen. Mit Platz neun konnte ich dann das Ticket für die Youth Olympics buchen.
 

Dabei bist du noch gar nicht lange als Triathlet aktiv?

Henry: Ich hatte über meinen Eltern schon immer einen Bezug zum Triathlon. Schon mit vier Jahren nahm ich bei uns zu Hause in Königstein an einem Kindertriathlon teil. Trotzdem hatte ich mich bis zu Beginn des Jahres hauptsächlich auf das Schwimmen konzentriert und habe immer nebenbei ein bisschen Triathlon als Ausgleich gemacht. Als ich dann im Mai beim Jugendcup-Rennen in Forst überraschend Zweiter geworden bin, habe ich beschlossen mich ab sofort voll und ganz auf den Triathlon zu konzentrieren.
 

Marie, im Gegensatz zu Henry hast du den Triathlonsport schon vor einigen Jahren für dich entdeckt. Wie kam es dazu?

Marie: Ich kam durch meine großen Geschwister zum Triathlon. Zuerst hat meine Schwester mit dem Sport angefangen, dann mein Bruder Moritz, dann ich und am Schluss sogar meine Eltern. Ich mache Triathlon schon seit ich vier bin. Meine Begeisterung für die Sportart habe ich bei einem kleinen Dorfwettkampf bei uns um die Ecke entdeckt.
 

Nun geht es für euch zu den Olympischen Jugendspielen ans andere Ende der Welt. Worauf freut ihr euch am meisten?

Henry: Die ganze Reise wird ein Highlight. Ich freue mich darauf, alles mitzuerleben und möglichst viel für mich persönlich aus diesen Erlebnissen mitzunehmen. Außerdem freue ich mich darauf Sportler verschiedener Sportarten aus der ganzen Welt kennenzulernen.

Marie: Und natürlich auch auf die besondere olympische Atmosphäre beim Wettkampf und beim ganzen Event.
 

Eure Leistungen beim letzten Testwettkampf in Alanya haben euch sicherlich noch einmal viel Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben. Was habt ihr euch für die Rennen bei den YOG vorgenommen?

Marie: Ich habe mir vorgenommen, einfach mein bestes Rennen abzuliefern und die Chancen zu nutzen, die sich ergeben. Viel hängt natürlich auch vom Rennverlauf ab, aber meine aktuelle Form stimmt.

Henry: Ich möchte einfach viel Erfahrung in den Rennen sammeln und die Atmosphäre rund um die Wettbewerbe genießen. Natürlich will ich auch möglichst gut finishen, eine Top 10 Platzierung wäre echt cool.
 

Ihr habt einen vollen Trainingsalltag, dazu kommen Wettkampfreisen und natürlich die Schule. Wie bekommt ihr das alles unter einen Hut?

Marie: Ich wohne in Nürnberg und gehe dort ins Sportinternat. Da ist es so geregelt, dass man schon morgens vor Schulbeginn mit der ersten Trainingseinheit startet und dann am Nachmittag das zweite Mal trainiert. Auch die Freistellungen für den Leistungssport sind kein Problem, alles ist aufeinander abgestimmt.

Henry: Im Gegensatz zu Marie besuche ich eine ganz normale Schule. Die letzten Wochen wurden jetzt richtig stressig, aber irgendwie klappt es dann doch, wenn man unbedingt will. Allerdings kann ich nicht so viel für die Schule tun wie andere oder wie ich vielleicht tun sollte. Im Moment schaffe ich es aber noch ganz gut. Für das Trainingslager und die Youth Olympic Games habe ich eine Freistellung von der Schule bekommen. Die Unterrichtsinhalte, die ich in der Zeit verpasse, muss ich währenddessen selbstständig nachholen. Das ist allerdings ein absoluter Ausnahmefall und wird in Zukunft wahrscheinlich nicht öfter genehmigt werden.
 

Was würdet ihr jungen Nachwuchstriathleten mit auf den Weg geben?

Marie: Auch wenn es mal Schwierigkeiten gibt, immer weiterzumachen und durchzuhalten. Man muss auch in schwierigen Zeiten versuchen, nicht aufzugeben, damit sich der persönliche Einsatz am Ende lohnt.

Henry: Und während der Rennen, wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant, nicht den Kopf hängen lassen, sondern immer weiter versuchen aus der Situation das Beste zu machen.
 

Die Frauen eröffnen die Triathlon-Wettbewerbe bei den Youth Olympic Games am Sonntag (7. Oktober), die Herren folgen am Montag (8. Oktober). Das Mixed-Relay mit Teams der verschiedenen Kontinente steigt am Donnerstag (11. Oktober). Alle Rennen starten um 16 Uhr MESZ (11 Uhr Ortszeit Buenos Aires).

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