"Der beste Moment ist der Zieldurchlauf"

04.03.2019 16:21 von Thorsten Eisenhofer

Noch sind es fünf Monate bis zum Berlin City Triathlon. Mit den Herausforderungen, Schwierigkeiten und Tücken einer Triathlon-Strecke sollte man sich aber bestenfalls nicht erst kurz vor dem Start des Rennens beschäftigen. Wir haben daher schon jetzt mit Oliver Büttel, einem der Organisatoren des Berlin City Triathlons, über 100 zu überwindende Stufen in die Wechselzone, die Berliner Hügel und Geheimtipps für das Rennen gesprochen.

Wo liegen die größten Herausforderungen des Berlin City Triathlons?

Die größte Herausforderung und die größte Schwierigkeit für die meisten Athleten ist sicherlich die Treppe mit rund 100 Stufen, die es nach dem Schwimmen vom Strandbad Wannsee hinauf in die Wechselzone zu überwinden gibt.

Beim Berlin Man, den du ebenfalls mitorganisierst, ist die Treppe ebenfalls zu überwinden. Aus deiner Erfahrung: wie sollte man die Stufen in Angriff nehmen?

Ambitionierte Athleten sollten in ihrem Training einbauen, nach dem Schwimmen mal einen Sprint bergauf zu machen. Für Jedermann-Athleten ist einfach wichtig zu wissen, dass sich an der Treppe nichts entscheidet und sie diese in ihrem Tempo angehen sollten. Windschattenfahren ist eh verboten. Es geht also – anders als etwa beim Rennen der Elite um die deutschen Meisterschaften – nicht darum, mit einem schnellen Sprint bergauf noch eine Radgruppe zu erreichen.

Das Radfahren ist im Vergleich zum Schwimmen und Laufen sicherlich die anspruchsvollste Disziplin beim Berlin City Triathlon.

Das stimmt. Die Strecke hält ein paar Höhenmeter parat. Zum Grunewaldturm geht es rund 80 Höhenmeter nach oben. Das ist etwas, was man in Berlin nicht unbedingt erwartet. Und kurz vor dem Olympiastadion warten dann am Glockenturm noch einmal 50, 60 Höhenmeter auf die Sportler. Das ist schon einiges an Höhenmetern auf gerade einmal 13 beziehungsweise 20 Kilometer langen Radstrecke.

Ein bisschen Radtraining am Berg ist im Vorfeld also sicherlich sinnvoll, oder?

Für jemanden, der aus einer bergigen Region kommt, sind das natürlich nur Hügel. Aber alle anderen sollten im Training schon mal ein paar Höhenmeter einbauen.

Ein bisschen Tour-de-France-Atmosphäre kommt da ja schon auf. Vor allem, weil die Frankreich-Rundfahrt 1987 zur 750 Jahrfeier von Berlin ja eben über den Grunewaldturm führte, der damals die erste Bergwertung der Rundfahrt war.

Ja, das ist fast schon ein historischer Streckenabschnitt. Es ging damals auf der zweiten Etappe der Tour die Havelchaussee entlang und auf den Grunewaldturm. Also auf einem Teil der heutigen Strecke des Berlin City Triathlons, wenn auch in umgekehrter Richtung gefahren wurde.

Du hast doch sicherlich noch einen Geheimtipp für uns parat: Was ist dein Highlight der Strecke?

Der letzte Anstieg der Radstrecke Ende Havelchaussee/Anfang Angerburger Allee. Der Abschnitt ist unter Radsportlern sehr bekannt, ist aber so noch nie im Wettkampf gefahren worden.

Hat die Strecke deiner Meinung nach Tücken, die du uns verrätst?

Kurz vor dem letzten Anstieg ist der Asphalt nicht so gut. Da sollte man auf jeden Fall aufmerksam fahren. Und kurz vor dem Ende der Radstrecke wartet Kopfsteinpflaster.

Würdest du den Athleten empfehlen, die Strecke vorher anzuschauen und abzufahren?

Wer am Samstag anreist und erst am Sonntag startet, sollte die Zeit am Samstag auf jeden Fall nutzen, um die Radstrecke mal abzufahren.

Auch die Laufstrecke ist eine besondere.

Der beste Moment der Strecke ist der Zieldurchlauf nach der ersten der beiden Runden: vor dem Olympiastadion mit den olympischen Ringen im Hintergrund. Die Strecke führt immer in der Nähe des Olympiastadions entlang, das ist schon ein Highlight für die Athleten.


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