Jan und Eric Diener: Zwei Brüder, ein Traum

19.12.2019 09:37 von Thorsten Eisenhofer

Warum denn alleine? Zu zweit ist es doch viel schöner. Im Triathlon gibt es viele erfolgreiche Geschwister. Die bekanntesten sind sicherlich die Brownlee-Brüder aus Großbritannien. Aber auch in Deutschland gibt es einige Geschwister, die die Liebe zum Ausdauerdreikampf teilen. Zum Beispiel Eric und Jan Diener. Die Brüder aus Baden-Württemberg erzählen von dem Konkurrenzkampf unter Brüdern und den positiven Effekten davon.

Wenn Eric und Jan Diener zusammen laufen gehen, dann malen sie sich dabei manchmal aus, wie die Zukunft aussehen könnte. Die sportliche Zukunft. Genauer gesagt: ihre erfolgreiche sportliche Zukunft. Sie sprechen dann darüber, wie es wäre, zusammen bei großen Wettkämpfen zu starten. Rennen der World Triathlon Series (WTS), Olympischen Spielen oder der Ironman-WM auf Hawaii.

Die beiden sind sich natürlich bewusst, dass die Chance, mal zusammen bei Olympia oder in anderen großen Rennen zu starten - wie das etwa bei Alistair und Jonathan Brownlee der Fall ist -, gering ist. Sehr gering. Dieses Ausmalen von gemeinsamen Starts als Profis sei ja „auch nur so ein Gelaber unter Brüdern“, wie Eric das nennt: „Das ist so ein vor sich hinträumen.“ Aber: Man muss ja auch Träume haben im Leben. Vor allem als junger Sportler.

Die beiden Dieners trainieren allerdings nicht vorrangig zusammen, um Zeit zu haben, gemeinsame Träume zu entwickeln. Die beiden Dieners trainieren vor allem zusammen, weil die Konkurrenz mit dem jüngeren beziehungsweise dem älteren Bruder sie anspornt und antreibt. „Wenn wir zusammen Sport machen, ist es immer ein duellieren“, sagt Eric, mit 19 Jahren der Ältere: „Ist Jan schneller, fuchst mich das.“

Es ist wie so oft bei Brüdern: Es ist immer ein Messen, wer der Bessere ist. Vor allem im Sport. Egal ob in der Freizeit an der Tischtennisplatte. Oder eben im Training beim Schwimmen, Radfahren und Laufen: Es geht immer darum, den Bruder zu schlagen. Es ist allerdings eine positive Konkurrenzsituation, ein Anspornen, sich noch mehr anzustrengen. „Eric ist zwei Jahre älter. Natürlich versuche ich auch, ihn zu besiegen“, sagt Jan, der 17 Jahre alt ist: „Es gibt immer Frotzeleien. Ich ziehe ihn damit auf, dass er zwei Jahre älter ist. Er zieht mich damit auf, dass ich zwei Wochen früher mit Triathlon angefangen habe und damit zwei Wochen Trainingsvorsprung habe.“

Eric und Jan Diener, das hört man in den Gesprächen mit ihnen heraus, finden es toll, mit dem Bruder denselben Sport auszuüben. Sie trainieren zusammen, erleben Siege und Niederlagen zusammen, reisen gemeinsam zu Wettkämpfen und in Trainingslager. „Das ist echt cool“, sagt Eric. Beide sagen aber auch, dass es natürlich auch Situationen gibt, in denen es nervt, dass der Bruder immer und überall dabei ist. „Das ist nicht immer einfach“, sagt Eric.

Zum Triathlon sind die beiden durch ihre Mutter gekommen. Sie gab den Impuls, als beide im Leichtathletikverein waren. Dort jedoch nicht so ganz glücklich. Erst begann Jan mit dem Triathlon, zwei Wochen später auch Eric. „Es war schnell klar, dass ist unser Sport“, sagt Eric. Ihre Mutter hatte früher schon Triathlons absolviert und ist seit den Anfängen ihrer beiden Söhne im Ausdauerdreikampf in dem Verein in Tuttlingen sehr engagiert – zeitweise trainierte sie auch die Gruppe von Eric und Jan.

Sport im Generellen und Triathlon im Besonderen ist Familiensache bei den Dieners. „Es ist das große Thema in der Familie“, sagt Jan: „Auch Papa schätzt es wert.“ Selbst Triathlon zu machen, ist nicht seines - des Schwimmens wegen. Da geht er lieber klettern. In Trainingslagern ist er jedoch oft dabei. Die Rad- und Laufeinheiten macht er mit. Und wenn die anderen drei schwimmen gehen, verzieht er sich in den Kraftraum. „Alle brennen für Triathlon“, sagt Jan Diener: „Das ist ein Schlüssel zum Erfolg.“


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