"Ist nicht mehr so, dass wir uns nur streiten"

06.12.2019 15:44 von Thorsten Eisenhofer

Jonas Breinlinger (Saarbrücken) vertritt als Athletensprecher (zusammen mit der Ende November neu gewählten Lena Meißner) die Interessen der Athleten der Deutschen Triathlon Union (DTU). Er hat uns im Interview erzählt, warum er nie Klassensprecher werden wollte, wie sich das Verhältnis unter Brüdern mit zunehmendem Alter ändert und was die coolsten Erlebnisse als Athletensprecher sind.

Jonas, warst du früher in der Schule Klassensprecher?

Nein.

Ist es also das erste Mal, dass du solch ein Amt ausübst?

Ja, Klassensprecher war so ein Amt, auf das ich nie so Lust hatte. Da habe ich mich eher immer rausgehalten.

Jetzt bist du ja quasi der Klassensprecher der Athleten?

Ja, genau. Damals in der Schule war ich noch ein bisschen anders drauf. Da habe ich möglichst versucht, in meiner Freizeit nicht so viel mit der Schule zu tun zu haben. Jetzt ist es ja ganz anders. Triathlon beschäftigt mich sehr viel neben dem Training und auch sonst. Es nimmt einen viel größeren Wert in meinem Leben ein als früher die Schule.

Wie viel Zeit nimmt das Amt denn in Anspruch?

Die meiste Zeit nimmt es in Anspruch, wenn ich zu Sitzungen fahre oder reise. Da muss das Training dann für diese Zeit schon mal ein bisschen hinten anstehen. Hinzu kommen ein paar Telefonate oder Emails. Es ist aber nicht mit einem kompletten Job zu vergleichen.

Was lernt man durch solch eine Tätigkeit?

Ich finde es sehr interessant, die ganzen Handlungen im Hintergrund zu sehen, die man als Athlet gar nicht so mitbekommt. Manchmal versteht man das eine oder andere als Athlet nicht. Durch meine Tätigkeit als Athletensprecher kann ich vieles nun besser nachvollziehen. Man bekommt ein runderes Bild. Die coolsten Erlebnisse sind, an Präsidiumssitzung oder beim Leistungssportausschuss teilzunehmen. Es ist einfach interessant zu sehen, über was da so alles geredet wird.

Was reizt dich an der Aufgabe?

Dass ich mit der einen oder anderen Aktion etwas bewirken oder beeinflussen kann im Sinne der Athleten.

Warum glaubst du, dass du gewählt wurdest?

Ich bin jetzt schon ein bisschen länger dabei, war bei vielen Maßnahmen dabei. Ich komme ganz gut mit allen klar.

War es für dich überraschend, von den Athleten zum Athletensprecher gewählt zu werden?

Es kam nicht komplett aus heiterem Himmel. Mir hat vorher schon der eine oder andere gesagt, dass er mich wählen würde. Ich habe aber echt nicht gedacht, dass ich es werde. Es ist auch eine Form der Anerkennung, wenn die Leute das Vertrauen in einen haben und einen wählen.

Würdest du dich als soziale Person beschreiben?

Nicht übermäßig. Aber ich komme gut mit allen klar.

Welche Rolle spielt dabei, dass du vier Brüder hast, ihr eine große Familie seid?

Ich weiß nicht genau. Früher war es schon eher so, dass wir oft gestritten haben oder ich nicht unbedingt für jemanden anderen eingesprungen bin. Aber man lernt es mit der Zeit mehr zu schätzen, wenn man so viele Geschwister hat. Wenn ich jetzt nach Hause fahre, ist es ja nicht mehr so, dass wir uns nur streiten und nur Stress ist (lacht). Wenn meine Geschwister Probleme haben, kann ich denen schon helfen.


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