"Ein Traum wird wahr"

10.07.2019 15:30 von Thorsten Eisenhofer

Eric Diener (Landesverband Baden-Württemberg) ist bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften in Grimma überraschend Zweiter bei den Junioren geworden und hat sich damit einen Startplatz bei der WM in Lausanne gesichert. Im Interview erzählt er über einen Traum, der wahr geworden ist, Kopfkino beim Joggen und wie es ist, zusammen mit seinem Bruder eine Leidenschaft auszuüben.

Eric, du hast dir mit dem zweiten Platz einen Startplatz für die WM in Lausanne gesichert. War das dein Ziel im Vorfeld?

Ich wusste, dass es gehen könnte. Aber ich habe nicht damit gerechnet. Es hätte fast nicht besser laufen können. Es ist wie ein Traum, der wahr wird.

Wie fühlt sich das denn an, wenn der Traum wahr wird?

Das hört sich jetzt blöd an: Aber ich kann das noch gar nicht glauben. Vizemeister plus WM-Ticket ist einfach geil.

Aber du wirst trotzdem nach Lausanne fahren, auch wenn du es gerade noch nicht glauben kannst?

(lacht) Ja, ich fahre auf jeden Fall.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie das so ist, gegen internationale Konkurrenz anzutreten?

Ja, da denkt man schon mal drüber nach und malt sich aus, wie das aussehen könnte.

Und wie könnte das so aussehen?

So etwas stelle ich mir meistens vor, wenn ich joggen gehe. Dann denke ich, wie geil das wäre, bei der WM dabei zu sein. Ich bin ja noch nie international gestartet. Am Wochenende in Tiszaujvaros habe ich meinen ersten Start im Jugend-Europacup.

Deutsche Meisterschaften waren bisher deine wichtigsten Rennen. Wie groß ist der Sprung nun?

Das wird ein riesen Sprung. Aber die WM ist auch noch weit weg.

Ändert sich eigentlich deine Saisonplanung durch die Qualifikation für die WM?

Ja, die ändert sich völlig. Eigentlich wollte ich in der Zeit, in der die WM stattfindet, für einen Monat in die USA gehen. Das streiche ich jetzt. Aber das ist ja eine Änderung zum Positiven hin.

In Grimma hast nicht nur du dir einen WM-Startplatz gesichert. Dein jüngerer Bruder Jan hat auch den Titel in der männlichen Jugend A gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Das ist gigantisch. Ich habe während meines Rennens erfahren, dass mein Bruder gewonnen hat und mich total darüber gefreut. Meine Mutter hat mir das beim Radfahren zugerufen und mein Bruder dann, als ich auf der Laufstrecke war. Er meinte: Ich habe den Sieg, jetzt holst du dir das Ticket.

Wie sehr pusht ihr euch?

Man pusht sich extrem. Es war für mich in den vergangenen Jahren nicht immer einfach, weil er viel erfolgreicher ist als ich. Aber man freut sich natürlich über die Ergebnisse des anderen.

Dein Bruder war vor zwei Jahren schon Deutscher Vizemeister, hat Rennen des Deutschlandcups gewonnen. Bei dir lief es hingegen nicht so erfolgreich.

Ich war von den Erfolgen immer hinter meinem Bruder, obwohl ich der Ältere war. Das muss man erst mal verarbeiten. Aber es ist super cool, wenn man als Geschwister eine gemeinsame Leidenschaft hat. Unsere Mutter macht auch Triathlon, unser Vater sehr viel Sport.

Habt ihr dann eure Mutter zum Triathlon gebracht?

Nein, eher andersherum. Unsere Mutter hat vor 20 Jahren schon mal einen Triathlon gemacht und hat jetzt wieder mit uns angefangen.

War Triathlon dann eure erste Sportart?

Mein Bruder hat vorher Fußball gespielt, ich habe lange Leichtathletik gemacht. Wir sind schon immer viel Rad gefahren und gelaufen. Aber Triathlon war die erste große Sportart.

Was sind deine Ziele für nächsten Jahre?

Die ändern sich mit dem Deutschen Vizemeistertitel. Eigentlich war mein Ziel, bei Deutschen Meisterschaften mal unter die Top Ten zu kommen. Das hatte ich noch nicht geschafft. Ich denke, dass ich für die kommenden Jahre ein bisschen ambitionierter werde. Aber konkrete Ziele habe ich noch nicht.


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