"Er glaubt an mich - und ich an ihn"

29.10.2019 15:03 von Thorsten Eisenhofer

Annika Koch (Saarbrücken) hat in diesem Jahr einen großen Entwicklungsschritt gemacht, unter anderem zwei Continental-Cup-Rennen und eine EM-Medaille gewonnen. Im Interview erzählt die 20-Jährige von Bundesligarennen mit der ganzen Familie, was sie ihrem Freund verdankt und wie sie es schaffen will, im Weltcup gute Platzierungen zu erreichen.

Annika, du kommst aus einer triathlonbegeisterten Familie. Triathlon ist bei euch ein Familien-Ding, oder?

Auf jeden Fall. Ich habe sehr, sehr früh mit Triathlon angefangen (im Alter von sieben Jahren, Anm. d. Red.). Meine Brüder auch. Mein Papa ist Marathon gelaufen und macht jetzt - genauso wie meine Mama - auch Triathlon. Ich hatte jetzt nicht die große Wahl (lacht). Es hat mich aber auch niemand unter Druck gesetzt. Ich habe auch Ballett gemacht, hätte Ballerina werden können. Aber Triathlon hat mich immer mehr angemacht.

Welche Bedeutung hat Triathlon bei den Kochs?

Schon eine große Bedeutung. Es ist ein Thema, das uns verbindet. Es ist wichtig für uns alle, aber nicht das Wichtigste.

Ist Triathlon bei euch auch das beherrschende Thema?

Das beherrschende nicht. Aber Triathlon ist für mich ein Lebensmittelpunkt. Da ist es natürlich klar, dass ich gefragt werde, wie es läuft, wenn ich zu Hause bin. Und es ist gut zu wissen, dass die anderen Familienmitglieder verstehen, wovon ich rede.

Bei Bundesligarennen ist meistens die ganze Familie dabei …

Das ist echt cool. Ich genieße es sehr, mit allen bei den Bundesligarennen zu sein und mit der Familie und dem Heimatverein das Wochenende zu verbringen. Bei anderen Rennen ist es ja eher selten, dass jemand von der Familie dabei ist.

Du hattest ein sehr gutes Jahr. Dein Freund Valentin Wernz ist in der Entwicklung trotzdem zwei, drei Schritte weiter. Spornt sein Erfolg dich an?

Seine Erfolge motivieren mich. Er hat mich auf den Weg geführt, auf dem ich jetzt bin, mir aufgezeigt, was ich schaffen kann. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Hast du dir diese Entwicklung nicht zugetraut?

Ich bin positiv überrascht. Ich habe vor der Saison schon gedacht, dass ich ganz gute Rennen machen könnte. Aber ich habe nicht damit gerechnet, gleich zwei Erfolge im Continental-Cup zu erreichen und schon dieses Jahr mein Weltcup-Debüt zu geben. Valentin hat mir da einen sanften Stups gegeben. Er glaubt an mich - wie ich an ihn.

Du hast in diesem Jahr zwei Continental-Cup-Rennen gewonnen. Waren das für dich die sportlichen Höhepunkte des Jahres?

Es waren zwei der Höhepunkte. Es gab weitere Höhepunkte mit dem Start im Mixed Relay beim WTS-Rennen in Edmonton, meinem Weltcup-Debüt, und der Silbermedaille bei der U23-EM mit der Staffel.

Was nimmst du dir für 2020 vor?

Ich habe dieses Jahr mein Weltcup-Debüt gegeben (Rang 23 in Antwerpen, Anm. d. Red.). Es lief durchwachsen. Ich will im kommenden Jahr im Weltcup regelmäßig starten und zeigen, was ich kann. Ein Top-Ten-Resultat sollte schon möglich sein. Ein weiteres Ziel ist es, weitere Siege in Continental-Cup-Rennen zu erreichen.

Wie groß ist aus deiner Sicht der Unterschied zwischen Continental-Cup- und Weltcuprennen?

Man merkt den Unterschied schon. Das Rennen in Antwerpen hat mir gezeigt, woran ich arbeiten muss und wo ich hinwill. Es kommt natürlich auch auf die Besetzung an, da liegen nicht immer Welten dazwischen.

Woran musst du noch arbeiten, um gute Platzierungen in Weltcups zu erreichen?

Am Schwimmen. Ich habe gezeigt, dass ich schnell laufen kann. Aber es ist natürlich schwieriger, eine gute Platzierung zu erreichen, wenn man die erste Radgruppe verpasst.


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