"Es war ein Highlight, gegen die Brownlees anzutreten"

28.08.2019 08:52 von Thorsten Eisenhofer

Johannes Vogel (Rostock) feiert am Freitag im Rennen der U23 (15 Uhr) bei der Weltmeisterschaft in Lausanne (Schweiz) sein WM-Debüt. Vorher hat der Deutsche Vizemeister der Altersklasse U23 mit uns über ein Rennen zusammen mit den Brownlee-Brüdern, seine Olympia-Träume und Nervosität vor Wettkämpfen gesprochen.

Es ist dein zweiter internationaler Start nach Rang 39 bei der EM 2018 in Glasgow. Wie sind deine Erinnerungen an die Europameisterschaften des Vorjahres?

Das war schon ein riesengroßer Aufriss, das habe ich so noch nicht erlebt. Ich gehe davon aus, dass es bei der WM nun ähnlich sein wird, vor allem weil ja auch für die Elite ein wichtiges Rennen ansteht. Das ist schon eine andere Nummer als ein Europacup, wenn vielleicht drei oder vier Topleute dabei sind.

Was hast du mitgenommen aus dem Rennen in Glasgow?

Viel. Zum Beispiel wie hart so ein Rennen werden kann, wenn da Topleute wie die Brownlee-Brüder oder Marten Van Riel dabei sind. Viel härter als mit denen kann ein Rennen nicht mehr werden.

Die Brownlees sind Vorbilder für dich.

Ich habe sie 2012 bei den Olympischen Spielen in London in Fernsehen bewundert und mir damals gedacht: Bei so etwas mal dabei zu sein, das wäre ein Traum. Bei der EM in Glasgow gegen sie anzutreten, war dann schon ein Highlight. Beim Weltcup in Cagliari dieses Jahr war ich dann mit Alistair Brownlee sogar in einer Radgruppe.

Denkt man während des Rennens darüber nach, Mensch, das ist ja Alistair Brownlee neben mir?

Ja, darüber habe ich tatsächlich nachgedacht, weil es mega toll für mich war, neben ihm zu fahren. Das gibt einem schon Bestätigung und Motivation, zeigt einem, was man erreichen kann, wenn man hart arbeitet.

Ende 2018 hast du mit Rang drei beim Continental-Cup-Rennen in Dakar (Senegal) dein erstes Podium in einem internationalen Rennen erzielt. Ein wichtiger Entwicklungsschritt?

Man muss ehrlicherweise sagen, dass das Rennen jetzt nicht übermäßig gut besetzt war. Aber man muss die Platzierung trotzdem erst einmal machen. Daher war es ein wichtiger Schritt auf meinem Weg.

Wo soll dich dieser Weg in den kommenden Jahren hinführen?

Ich habe in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt gemacht und mich ständig verbessert. Es kamen immer mehr Highlights wie EM- und WM-Teilnahme. Das ist ein gutes Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wenn die Entwicklung so weiter geht, sollten irgendwann die ersten Starts in Rennen der World Triathlon Series (WTS) folgen. Und dann will ich um die Plätze für die Olympischen Spiele 2024 in Paris mitkämpfen.

Vorher folgt nun erst einmal die U23-WM. Wie nervös bist du?

So lange ich noch zu Hause bin, geht das noch. Aber sobald ich vor Ort sein werde, wird die Nervosität sehr stark ansteigen.

Bist du generell sehr nervös vor Wettkämpfen?

Ja, schon. Aber es ist nicht so schlimm, dass mich das vor dem Rennen aus der Bahn wirft. Mich treibt das eher an. Wenn die Nervosität nicht da ist, dann läuft es auch nicht so gut, dann bin ich nicht so fokussiert.

Welche Ziele hast du für die WM?

Es ist mir gar nicht so wichtig, eine bestimmte Platzierung zu erreichen. Es ist meine erste Teilnahme bei einer WM, daher ist das schwer einzuschätzen. Ich will abrufen, was ich kann und ein gutes Rennen zeigen.

Du hast dich mit Rang 15 beim Weltcup in Cagliari für die WM qualifiziert. Wie war deine Gefühlslage nach dem Rennen?

Es war unglaublich. Ich war so froh, dass es endlich mal mit einer WM-Teilnahme geklappt hat.

Du hättest das gerne schon früher in deiner Karriere geschafft?

Ich habe das damals nicht so offensiv formuliert, aber in meinem letzten Junioren-Jahr war ein Start bei einer internationalen Meisterschaft schon das Ziel. Ich war bei den Wettbewerben des Deutschland-Cups immer vorne dabei, da ist so etwas schon im Hinterkopf. Ich war aber auch nie richtig enttäuscht, dass es nicht geklappt hat.


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