"Hätte nie gedacht, in Hamburg mal selbst zu starten"

03.07.2019 08:17 von Thorsten Eisenhofer

Nina Eim (Itzehoe) ist nur rund 50 Kilometer entfernt von Hamburg aufgewachsen. Am Samstag wird sie nun ausgerechnet in der Hansestadt ihr Debüt in der World Triathlon Series (WTS) geben. Wir haben im Vorfeld mit ihr über ihre besondere Premiere, Heimatbesuche und Heimatgefühle sowie die Aufregung vor dem Start gesprochen.

Nina, du bist in Itzehoe aufgewachsen. Das ist nicht weit von Hamburg entfernt. Da warst du doch sicherlich als Zuschauerin in Hamburg schon oft vor Ort?

Ich habe da schon mehrmals zugeschaut. Das erste Mal war ich noch ziemlich klein und habe das Rennen mit meinem Bruder und meinen Eltern gesehen. Und in den Jahren, in denen ich nicht an der Strecke war, habe ich die Wettbewerbe im Fernsehen angeschaut.

Vor zwei, drei Jahren standest du noch als Zuschauerin an der Strecke. Jetzt bist du als Athletin dabei.

Das ist schon cool. Das hätte ich damals nicht gedacht. Hamburg ist als Zuschauer schon cool, weil die Stimmung toll ist und viele Zuschauer da sind. Ich freue mich, nun selbst dabei zu sein. Das ist eine coole Erfahrung. So viele Zuschauer hatte ich noch nie bei einem Wettkampf.

Hast du als Kind oder Jugendliche davon geträumt, in Hamburg zu starten?

Ich habe zwar schon als kleines Kind Triathlon gemacht, aber damals war es noch sehr weit weg. Dass ich in Hamburg mal selbst starte, hätte ich nicht gedacht. In den vergangenen Jahren hat es sich jedoch schon zu einem Traum entwickelt. Es ist toll, dass ich dort nun selber starten darf.

Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn der Traum wahr wird?

Ich bin ein bisschen aufgeregt, wie es wohl werden wird. Aber es dominiert ganz klar die Vorfreude.

Wie viele Leute werden extra wegen dir das Rennen schauen?

Ein paar aus dem alten Verein und meine Familie werden da sein.

Bleibt auch die Zeit, um in Itzehoe mal vorbeizuschauen?

Ich habe vor, am Sonntag nach dem Mixed Relay nach Hause zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen. Am Montag geht es zurück nach Potsdam, weil wir am Dienstag ins Trainingslager nach Südtirol fahren.

Welche Bedeutung hat Hamburg als Stadt für dich?

Es fühlt sich an wie Heimat, ich war dort als Kind sehr oft.

Was nimmst du dir als Ziel für das Rennen in Hamburg vor?

Hamburg ist ein Highlight, auch weil es immer ziemlich gut besetzt ist. Ich nehme mir nichts Besonderes vor. Es geht darum, Erfahrung zu sammeln. Aber natürlich wäre es schön, meine Leistung abrufen zu können. Aber ich mache mir da jetzt nicht so den Druck, dass ich eine bestimmte Platzierung erreichen möchte.

Was nimmst du dir dann vor, wenn es nicht eine bestimmte Platzierung ist?

Ich würde gerne nicht ganz abgeschlagen ins Ziel kommen. Am besten im Schwimmen eine gute Leistung zeigen, um beim Radfahren in der ersten großen Gruppe zu sitzen. Beim Laufen kann ich mit einigen mithalten.

Du hast dieses Jahr in Weltcuprennen dreimal ein Top-sechs-Ergebnis erzielt. Hättest du vor dieser Saison solch gute Ergebnisse erwartet?

Nein, das hätte ich nicht erwartet. Bei meinem ersten Weltcuprennen dieses Jahr in Kapstadt war ich 23. Da hatte ich mir mehr vorgenommen. Für die folgenden Rennen habe ich mir dann ein bisschen mehr erhofft. Aber dass ich dann gleich in Cagliari als Zweite auf das Podium komme, das war schon sehr überraschend für mich. Damit hätte ich nie gerechnet.

Wie erklärst du dir diesen Leistungsschub?

Ich glaube, man braucht ein bisschen Erfahrung. Zumindest habe ich diese Erfahrung benötigt. Und es hat am Schwimmen gehapert. Das habe ich in letzter Zeit verbessert. Wenn ich nur zehn Sekunden eher aus dem Wasser komme, kann das schon für eine Radgruppe weiter vorne reichen. Und das bringt natürlich sehr viel für die Endplatzierung.


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