"Ich will mich bei Roland Knoll weiterentwickeln"

04.09.2019 13:15 von Jonas Klee

Moritz Göttler ist durch seinen Tagessieg beim DTU-Jugendcup in Goch Zweiter in der Gesamtwertung der Jugend B geworden. Dabei hatte er nach einer langwierigen Verletzung schon nicht mehr damit gerechnet. In seinem ersten Interview spricht der Youngster über den steinigen Weg zu seinem Comeback, seine Ziele und Träume und er verrät, warum neben Jan Frodeno und Alistair Brownlee auch Sebastien Kienle zu seinen Vorbildern gehört.

Moritz Göttler, herzlichen Glückwunsch zum Tagessieg beim Jugendcup in Goch. Wie fühlt sich das an?

Vielen Dank! Es ist ein tolles Gefühl. Vor allem nach der ziemlich verkorksten Saison.

Du sprichst von deiner Verletzung?

Genau. In Grimma lief es sehr bescheiden. Da habe ich mir bei einem Sturz mit dem Rad die Elle und den Beckenkamm gebrochen. Dementsprechend konnte ich erst drei Wochen vor dem Wettkampf wieder mit intensivem Schwimm- und Lauftraining anfangen. Aber so ist es jetzt ein super Abschluss der Saison.

Und dann ist es auch noch der zweite Platz in der Gesamtwertung geworden. Hast du damit überhaupt noch gerechnet?

Ehrlich gesagt nicht. Also ich zur Nachkontrolle beim Röntgen war, hat man mir gesagt, die Elle sei noch immer gebrochen. Ich musste drei weitere Wochen den Gips dran behalten. Dann wusste ich schon, dass es bis zum Rennen in Goch extrem knapp werden würde. Ich habe lediglich auf eine Top-10-Platzierung gehofft.

Wieso ist das Rennen dann so gut gelaufen?

Ich wusste, dass ich eigentlich wieder relativ fit bin. Aber vor allem hinter dem Schwimmen stand noch ein ziemlich dickes Fragezeichen. Aber das Schwimmen lief dann mega gut. Ich bin sehr gut weggekommen und bin als Zweiter aus dem Wasser gekommen. Dann hatten wir schon von Beginn an etwas Vorsprung. Auf dem Rad haben wir den Vorsprung dann sogar etwas ausbauen können. Und beim Laufen hat dann alles gestimmt.

War eine gute Platzierung im Jugendcup deine Zielsetzung?

Auf jeden Fall. Ich war letztes Jahr schon dabei, das war aber eher eine Lern-Saison. In dieser Saison lief Jena dann ganz gut, Grimma sogar noch besser. Danach war ich im Gesamtranking auf Rang drei. Ein Sieg im Rennen oder im Gesamtklassement war aber nie mein Ziel, weil ich wusste, dass es nicht nur an mir liegt.

Inwiefern?

Für einen Sieg muss alles passen, da kommt es auch auf Faktoren wie Tagesform oder Glück an. Und natürlich auf die Konkurrenz. Lukas Meckel hat in dieser Saison mit Abstand die konstantesten Leistungen gezeigt. Deswegen hat er auch absolut verdient gewonnen.

Ist das heute eigentlich dein erstes Interview?

Ja, das ist tatsächlich das erste Mal. Bei meinem alten Verein gab es mal ein Videoprojekt, da habe ich aber nur einen Satz gesagt (lacht).

Was hast du dir für die Zukunft vorgenommen?

Ich ziehe Anfang September nach an den Stützpunkt nach Nürnberg und trainiere dann unter Roland Knoll. Das wird natürlich eine große Veränderung. Ich hoffe einfach, dass ich da den nächsten Schritt machen kann. Ich würde nächstes Jahr gern im Europacup starten. Vielleicht kann ich auch mal in der 2. – oder der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga starten.

Startest du in der kommenden Saison denn weiter für Viernheim?

Nein, da ich nach Nürnberg ziehe brauche ich mein Erststartrecht in einem bayrischen Verein. Ich werde dem Verein zwar erhalten bleiben, weil ich mich sehr verbunden fühle und auch meine besten Freunde dort sind, den Startpass gebe ich aber ab.

Was sind deine Träume?

Ich träume, wie wahrscheinlich jeder Triathlet, von Hawaii oder Olympia. Aber das ist natürlich noch ein weiter Weg.

Dein Ziel ist es also, Profi-Triathlet zu werden?

Ja, auf jeden Fall. Triathlon ist einfach super schön und macht mir unfassbar großen Spaß.

Wo siehst du deine Stärken und deine Schwächen?

Ich bin eigentlich ein sehr guter Schwimmer. Aber natürlich nur, wenn ich genug Zeit für die Vorbereitung habe (lacht). Richtig gut bin ich beim Laufen. Daher glaube ich, dass ich auf dem Rad noch am meisten Luft nach oben habe. Und bei den Wechseln muss ich mich auch noch verbessern.

Wer sind deine Vorbilder?

Jan Frodeno und Alistair Brownlee. Und auch Sebastian Kienle, aber vor allem deshalb, weil er bei mir aus der Gegend kommt (lacht).


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