"Da war klar, ich werde Triathlet"

29.08.2019 08:00 von Thorsten Eisenhofer

Alexander Kull ist einer der drei deutschen Junioren bei den Weltmeisterschaften in Lausanne (Schweiz/29. August bis 1. September). Vor seinem ersten Start bei internationalen Meisterschaften haben wir mit ihm über den schönsten Moment seiner sportlichen Karriere, die Suche nach einem guten Tag und den Spagat zwischen Sport und Studium gesprochen.

Alexander, wie groß ist die Vorfreude auf die WM?

Die Vorfreude ist groß. Ich fange langsam an, die Tage bis zu dem Rennen zu zählen (Das Gespräch fand am Mittwoch vor einer Woche statt, Anm. d. Red.). Es ist die erste große internationale Meisterschaft für mich und damit ein Highlight meiner Karriere. Ich fiebere dem Rennen entgegen und versuche, alles richtig zu machen.

Was versuchst du denn alles richtig zu machen?

Zum Beispiel mich nicht durch eine dumme Verletzung um den WM-Start zu bringen oder noch mehr als sonst auf die Ernährung zu achten, um in Topform zu sein.

Bist du schon nervös?

Momentan hält sich diese noch in Grenzen. Aber das wird sicherlich anders sein, wenn ich vor Ort bin und die Strecke anschaue.

Was hast du dir vorgenommen?

Für mich ist es erst einmal ein riesen Ding, bei der WM dabei zu sein. Ich bin stolz darauf, mein Land bei einer WM vertreten zu dürfen. Und es wäre natürlich schön, wenn ich dort meine Leistung abrufen könnte. Wenn mir das bestmöglich gelingt, wäre das ein großer Erfolg. Was das platzierungsmäßig bedeutet, da tappe ich im Dunkeln.

Für Eric Diener und dich ist es der erste Start bei einer internationalen Meisterschaft. Simon Henseleit hingegen war schon bei der EM in Weert (Niederlande) dabei und wurde Siebter. Tauscht ihr euch über seine Erfahrungen aus?

Simon hat uns von seinen Erfahrungen berichtet und uns Tipps gegeben, was wir beachten sollen, zum Beispiel bei der Auswahl des Startplatzes vor dem Schwimmen. Man muss aber auch sagen: Es ist nur ein Triathlon und ich weiß, wie das abläuft.

Bist du in die Saison mit dem Ziel gestartet, dich für eine internationale Meisterschaft zu qualifizieren?

Ich habe natürlich gewusst, dass die Chance besteht, sich für eine internationale Meisterschaft zu qualifizieren. Meine Ziele waren aber vor allem Top-drei-Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften im Duathlon (Kull gewann, Anm. d. Red.) und Triathlon (Kull belegte Rang drei, Anm. d. Red.). Beim internen Qualifikationswettkampf für die EM bin ich Sechster geworden (Die ersten vier Athleten bekamen ein EM-Ticket, Anm. d. Red.). Da habe ich gemerkt, es fehlen nur zwei Plätze, das ist nicht unmöglich. Vor den Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften in Grimma habe ich mit der WM-Qualifikation geliebäugelt.

Simon Henseleit hatte seinen Startplatz schon sicher, es ging in Grimma um zwei weitere WM-Tickets.

Ich habe vor dem Rennen wenig darüber nachgedacht. Als ich dann auf der Laufstrecke meine Platzierung registriert habe, habe ich den einen oder anderen Gedanken daran verloren. Ich habe es mit dem Zieleinlauf dann auch gleich realisiert. Sich das Ticket zu sichern, war sportlich der schönste Moment meiner Karriere.

Bedeutet dir der dritte Rang bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Triathlon mehr als der Erfolg im Duathlon?

Ja, beim Duathlon sind nicht alle Athleten dabei, die auch im Triathlon starten. Sich gegen solch starke Konkurrenz eine DM-Medaille und das WM-Ticket gesichert zu haben, schätze ich höher als den Titelgewinn im Duathlon ein.

Schwimmen ist die Disziplin, in der du noch am meisten Potential hast.

Einen richtig guten Tag im Schwimmen habe ich im Wettkampf noch nicht sehr oft gehabt. Es gibt Jungs, die noch deutlich schneller sind als ich. Aber ich habe viel an meiner Schwimmleistung gearbeitet und habe einen großen Sprung gemacht. Trotzdem ist es richtig, dass ich im Schwimmen noch viel Potential habe.

Du machst neben dem Sport ein Lehramtsstudium. Worauf liegt der Fokus? Sport oder Ausbildung?

Eigentlich liegt mein Fokus auf dem Studium und den Triathlon betreibe ich mit hohem Aufwand. Aber je nachdem wohin meine Entwicklung führt, gerade auch jetzt in Lausanne, muss ich das Modell noch mal überdenken.

Wie bist du zum Triathlon gekommen?

Meine Eltern (Sein Vater Andreas war mal Deutscher Vizemeister im Cross-Triathlon in seiner Altersklasse, Anm. d. Red.) haben mich zu Wettkämpfen mitgenommen und ich bin immer neben hergelaufen. 2008 bin ich dann zum ersten Mal selbst bei einem Rennen hier in der Gegend gestartet und habe den dritten Rang belegt. Da habe ich gemerkt, ich kann nicht so schlecht sein (lacht).


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