Triathlon Deutschland unterwegs - Hawaii-Special

11.10.2019 10:17 von Thorsten Eisenhofer

Das Triathlon-Wochenende steht ganz im Zeichen eines Rennens: Bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen gehören einige der deutschen Elite-Athleten zu den Favoriten auf den Sieg und den Anwärtern auf das Podium. Zudem sind über 250 deutsche Altersklassen-Athleten am Start.

Topfavorit bei den Männern ist Jan Frodeno, der das Rennen 2015 und 2016 gewann. 2017 kam er wegen Rückenproblemen nur als 35. ins Ziel, im Vorjahr musste er verletzungsbedingt absagen. Der Olympiasieger auf der Kurzdistanz von 2008 ist in diesem Jahr noch ungeschlagen, hat unter anderem die Ironman-EM in Frankfurt gewonnen. Der 38-Jährige hat von allen Weltklasseathleten wohl die wenigsten Schwächen und will sich seinen dritten Sieg auf Hawaii holen – was vor ihm noch keinem Deutschen gelang.

Gelingt Patrick Lange der Hattrick?

Gar den dritten WM-Titel in Serie könnte sich Patrick Lange sichern. Die Saison des Titelverteidigers verlief allerdings alles andere als gut. Beim Ironman Frankfurt machten ihm ein platter Reifen und Magen-Darm-Probleme zu schaffen, bei der Ironman-70.3-WM kam er nicht über einen 23. Platz hinaus. Allerdings hat der Schützling von DTU-Bundestrainer Faris Al-Sultan in Hawaii bisher immer Top-Leistungen gezeigt (zwei Siege, ein dritter Platz). Die Bedingungen scheinen ihm zu liegen.

Die deutsche Siegesserie auf Hawaii eingeläutet hat Sebastian Kienle 2014. Im Vorjahr musste der 35-Jährige wegen Problemen an der Achillessehen beim WM-Rennen aufgeben. Nach Trainerwechsel und längerer Laufpause scheinen die Probleme auskuriert, was er unter anderem mit der schnellsten Laufzeit bei seinem Sieg bei den DTU Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz im Mai in Heilbronn und Rang fünf bei der Ironman-70.3-WM in Nizza zeigte. Ein zweiter Erfolg auf Hawaii ist sicherlich möglich.

Wandelt Brownlee auf Frodenos Spuren?

Die größten Konkurrenten für die drei Deutschen dürften vor allem Lionel Sanders (allerdings lange verletzt), Cameron Wurf, Bart Aernouts oder David McNamee sein. Gespannt sein darf man auch auf das Hawaii-Debüt von Kurzdistanzler Alistair Brownlee, dem Olympiasieger von 2012 und 2016. Die weiteren deutschen Profi-Männer auf Hawaii sind: Andreas Böcherer, Lukas Krämer, Stefan Schumacher, Nils Frommhold, Maurice Clavel, Andreas Dreitz, Franz Löschke, Tobias Drachler und Marc Dülsen.

Daniela Ryf die Topfavoritin

Bei den Frauen ist Daniela Ryf die absolute Top-Favoritin. Die Schweizerin kann ihren fünften WM-Titel über die Langdistanz feiern. Über die Mitteldistanz ist ihr das schon gelungen. Keine Frau hat bislang so viele Ironman-WM-Titel gesammelt wie Ryf (neun). Zudem ist die 32-Jährige seit über 1800 Tagen in Ironman-Rennen ungeschlagen und erreichte, wenn sie einen Ironman finishte, nur einmal nicht als Erste das Ziel. Das war bei ihrem Debüt. Die größten Konkurrentinnen von Ryf dürften Lucy Charles und Sarah True sein.

Deutsche Podiumsplatzierung möglich

Ein hervorragendes Hawaii-Debüt feierte im Vorjahr Anne Haug als Dritte. Die Vize-Weltmeisterin über die Kurzdistanz von 2012 musste sich dieses Jahr mit Verletzungsproblemen herumplagen und schaffte erst kurz vor der Deadline die Qualifikation für Hawaii. In Kopenhagen überzeugte sie dann allerdings mit einem deutschen Rekord über die Langdistanz (8:31:32 Stunden).

Ebenfalls mit Verletzungsproblemen, zugezogen bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz in Heilbronn, hatte dieses Jahr Laura Philipp zu kämpfen. Philipp, die vor einem Jahr bei ihrer Langdistanz-Premiere beim Ironman Barcelona mit der schnellsten Zeit einer deutschen Debütantin für Aufsehen sorgte, konnte so 2019 noch kein Langdistanz-Rennen absolvieren. Die Heidelbergerin ist erstmals in Hawaii am Start. Auch Daniela Bleymehl, die Deutsche Meisterin über die Mitteldistanz, wird eine Top-Ten-Platzierung zugetraut. Die weiteren deutschen Profi-Frauen sind Mareen Hufe, Svenja Thoes und Kristin Liepold.

Unter den rund 2500 Athleten, die sich am Samstag in den Pazifik stürzen, sind neben den 18 deutschen Elite-Athleten auch über 250 Age Grouper mit den unterschiedlichsten Zielen von Podiumsplatzierungen bis das Ziel erreichen.

Ironman-WM live in der ARD

Der Start erfolgt in diesem Jahr erstmals als Wellenstart, beginnend mit den Profimännern am Samstag um 18.25 Uhr deutscher Zeit. Die ARD überträgt den Start live (18.20 bis 18.45 Uhr) und dann wieder ab 23.55 Uhr. Der Hessische Rundfunk geht bereits um 21.45 Uhr auf Sendung. Zudem ist das Rennen auch im Livestream auf www.sportschau.de zu sehen.


Zurück