Triathlon ist Alinas Antrieb nach 4 Knie-Operationen

12.11.2019 15:03 von Thorsten Eisenhofer

Alina Bierwirth hat in ihrem Leben einige Rückschläge einstecken müssen. Viermal ist sie am Knie operiert worden. Vom Sport hält sie das allerdings nicht ab. Im Gegenteil: Triathlon ist ihr Antrieb. Sie sagt: „Triathlon ist das Beste, was ich je gemacht habe.“ Der Sport, der Kampf zurück nach all den Rückschlägen hat sie stärker gemacht.

Wer will schon mit Anfang 30 ein neues Knie?

Der Tag, an den Alina so gerne zurückdenkt, war eigentlich gar kein so schöner Tag – zumindest, was das Wetter angeht. Die Sonne schien zwar, aber es war eher kalt an jenem Tag im Herbst 2017. Aber Alina war das egal. Denn es war der Tag, an dem sie das erste Mal wieder auf dem Rennrad unterwegs war nach einer langen Leidenszeit - wenn auch nur für knapp 20 Kilometer. „Ich habe so lange auf diesen Tag gewartet. Diese kurze Radausfahrt, sie hat mir unglaublich viel Motivation für die kommenden Wochen und Monate gegeben“, sagt Alina.

15 Wochen zuvor war sie am Knie operiert worden. Es war die vierte Knie-Operation innerhalb von vier Jahren, die dritte am Kreuzband. Ihr Arzt hatte sie vor die Wahl gestellt: Ein Eingriff – und sie könne wieder Sport treiben. Kein Eingriff – und kein Sport mehr. Und demnächst ein künstliches Kniegelenk. „Wer will das schon mit Anfang 30?“, fragt Alina, damals Anfang 20 und zweifelnd, ob sie weiterhin sportlich aktiv sein kann.

Sie hat in ihrem Leben immer viel Sport gemacht: Leichtathletik, Geräteturnen, Reiten. „Ich war immer auf Achse.“ Dann stürzte sie einmal blöd im Winter, verdrehte sich unglücklich das Knie. Was sie sich durch den Sturz alles zerstörte, nämlich unter anderem das Kreuzband, wurde erst Jahre später festgestellt. Die Operations-Odyssee begann.

Es war keine leichte Zeit für jemanden, der gerne Sport macht, nun aber gezwungen war, sich immer wieder zurückzuarbeiten. Ein Mensch sucht sich in solchen Situationen oftmals etwas, was einem Halt gibt, etwas, was einen motiviert. Für Alina war das der Triathlon. Durch ihren damals besten Freund fand sie zwischen der dritten und der vierten Knie-OP zum Ausdauerdreikampf. Ein paar Wochen vor dem vierten Eingriff absolvierte sie im Sommer 2017 in Reiffenhausen ihre Triathlon-Premiere. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, über die Ziellinie zu laufen. Das Feeling war einfach phänomenal“, sagt Alina. Triathlon war ihre neue Leidenschaft geworden. Sie wollte mehr davon. Ihre erste Frage nach der Operation an den Arzt war: „Wann darf ich wieder aufs Rennrad?“

Die Leidenszeit hat Alina stärker gemacht

Sie musste sich jedoch in Geduld üben, zählte die Tage, bis es soweit war. Nach sechs Wochen konnte sie beginnen, auf der Rolle zu fahren. Anfangs ohne Widerstand. Anfangs für gerade einmal zehn Minuten. Aber es war ein Anfang. Ein Anfang eines langen und nicht immer einfachen Weges zurück. „An den meisten Tagen war ich happy, dass es voranging. Aber es gab natürlich auch Tage mit Rückschlägen. Und wenn man das Gefühl hat, es geht bergab, sind das unschöne Tage“, sagt Alina.

Heute, rückblickend, sagt sie, dass diese Phase sie stärker gemacht hat. Natürlich auch, weil die Leidenszeit irgendwann zu Ende ging, sie beim WerraMan 2018 in Eschwege ihr Comeback geben konnte. Unterstützt von vielen Freunden, was einen schon emotionalen Tag noch viel emotionaler machte. „Es war wie ein Befreiungsschlag. Man lässt die schlechte Zeit hinter sich und beginnt ein neues Kapitel“, sagt Alina. Ein Kapitel, in dem Triathlon eine sehr, sehr wichtige Rolle spielt, wie man dann an weiteren Rennen, wie der Teilnahme am ITU World Triathlon in Hamburg sehen konnte.

Verletzungen oder Krankheiten haben dich erst recht angespornt, weiter aktiv zu sein? Du hast viel durchgemacht, aber der Triathlon hat dir immer Halt gegeben? Du hast eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.


Zurück