"Vor der Kamera zu stehen, war anfangs ungewohnt"

31.07.2019 07:41 von Thorsten Eisenhofer

Für die Berlinerin Lara Ungewickell steht am Samstag ein ganz besonderes Rennen an: Ein Heimspiel in ihrer Stadt bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der Großveranstaltung „Die Finals“. Wir haben mit der 18-Jährigen über ihre ersten Erfahrungen vor der Kamera, die Größe Berlins und den Heimvorteil gesprochen.

Lara, du bist in Berlin geboren. Und nun startest du als Berlinerin in Berlin bei einem Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, bei dem es zugleich um den Deutschen Meistertitel geht.

Es ist für mich natürlich ein besonderes Rennen. Es ist schon cool, in Berlin ein Heimrennen zu haben. Es ist praktisch, in der gewohnten Umgebung schlafen zu können. Ich hatte noch nie zuvor bei solch einem wichtigen Rennen die Möglichkeit, zu Hause zu schlafen. Und man hat im Vorfeld die Möglichkeit, die Strecken anzuschauen und auf ihnen zu trainieren.

Das heißt, du trainierst ansonsten gar nicht auf den Wettkampfstrecken vom Samstag?

Ich wohne im Südosten von Berlin. Der Wannsee und der Olympische Platz sind von dort ein Stück entfernt.

Bist du denn schon mal im Wannsee geschwommen?

In den vergangenen Wochen ein paar Mal. Und ich habe mal beim Berlin Man mitgemacht, als ich noch jünger war.

Ich hätte jetzt gedacht, die Berliner gehen regelmäßig an den Wannsee.

Jeder Berliner war sicherlich schon mal dort. Aber man geht da sicherlich nicht jedes Wochenende hin. Als ich vergangenes Wochenende zum Trainieren dort war, war es so voll, dass man sich kaum bewegen konnte.

Im Vorfeld gab es einen Filmbeitrag vom Sender RBB, bei dem du eine der Hauptpersonen bist und der in der Abendschau ausgestrahlt wurde. Wie war das für dich?

Viele Leute haben mich danach darauf angesprochen, sogar aus meiner alten Klasse (Ungewickell hat im Frühjahr Abitur gemacht, Anm. d. Red.). Vor der Kamera zu stehen, war am Anfang etwas ungewohnt und komisch. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht.

Merkt man generell die Vorfreude auf „Die Finals“ und das Triathlonrennen in Berlin?

Ich sehe in der S-Bahn immer wieder Plakate. Und ich weiß, dass ein paar Leute zum Triathlon kommen oder helfen. Einige aus meinem Verein starten auch beim Jedermann-Rennen.

In der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga seid ihr vom TuS Neukölln Berlin nach drei von vier Rennen Zehnter. Ich kann mir vorstellen, dass ihr beim Heimrennen sicherlich noch den einen oder anderen Platz in der Tabelle gutmachen wollt.

Wir sind mit dem zehnten Rang zufrieden. Es war klar, dass es nicht einfach wird, nach dem überragenden fünften Platz im Vorjahr an diese Platzierung anzuknüpfen. Aber wir würden uns natürlich freuen, wenn wir den Heimvorteil nutzen und noch den einen oder anderen Platz nach vorne rutschen.

Du bist noch Juniorin. Hast du trotzdem die Wertung um die Deutsche U23-Meisterschaft im Blick?

Ja, schon. Ich habe geschaut, was möglich sein könnte. Es wäre toll, wenn ich es unter die Top acht der deutschen Athletinnen schaffen würde, weil das die Qualifikation für den Nachwuchskader eins bedeuten würde, die ich in Grimma ganz knapp verpasst habe. Aber es wird ziemlich schwer, einen Top-acht-Rang zu realisieren.

Lass uns noch einen Blick auf den Verlauf deiner bisherigen Saison werfen. War die Qualifikation für die Junioren-EM ein Ziel für dich?

Ich wusste vorher, dass es hart werden würde, sich für Weert zu qualifizieren. Vor allem, weil das Schwimmen beim internen Qualifikationswettkampf in Saarbrücken im Becken stattfand, und ich lieber im Freiwasser schwimme. Daher, und weil ich zu Saisonbeginn auch verletzt war (Schienbeinkantensyndrom, Anm. d. Red.), habe ich nicht so viele Chancen gesehen. Sich dann über Grimma für die WM zu qualifizieren, wäre jedoch cool gewesen.

Bist du enttäuscht, dass das nicht geklappt hat?

Ja schon. Aber ich habe in Grimma nicht das beste Rennen gezeigt. Ich habe jedoch noch ein Jahr im Juniorenbereich. 2020 will ich noch einmal alles rausholen.


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