Janne Büttel - Triathlet aus Leidenschaft

16.04.2020 11:19 von Thorsten Eisenhofer

Janne Büttel (Landesverband Berlin) ist eines der aufstrebenden Talente der Deutschen Triathlon Union (DTU). Für den 17-Jährigen ist Triathlon nicht nur ein Sport, sondern eine Leidenschaft, die er lebt – und auch vorgelebt bekommt.

Im Spätsommer 2018 ist Janne zusammen mit einem Freund und dessen Vater mit dem Mountainbike über die Alpen gefahren. Eineinhalb Wochen, nur das Nötigste an Gepäck, fast jeden Tag super Wetter: „Es war cool, hat richtig viel Spaß gemacht.“ Wenn man Janne zu hört, wie er über die Alpenüberquerung berichtet, dann hört man ihn zum einen sagen, dass sie „schon locker gemacht haben“. Schließlich hat die Alpenüberquerung in der Off-Season stattgefunden.

Man hört ihn aber auch sagen, dass sie „schon mit Ambitionen die Berge hochgefahren“ sind – anders ist das bei zwei Jugendlichen gar nicht vorstellbar. Was er so nicht explizit sagt, was man allerdings heraushört aus der Episode mit der Alpenüberquerung, aus dem ganzen Gespräch: Janne Büttel ist einer, der für den Sport lebt. 365 Tage im Jahr. Denn Triathlon ist ein Teil seines Lebens. Ein großer Teil.

Janne ist quasi in den Triathlon hineingewachsen. Seine Eltern sind Triathleten. Sein Vater gründete zusammen mit Freunden die Weltraumjogger, einen Triathlonverein in Berlin. „Meine Eltern, besonders mein Vater, sind die Initiatoren meiner Triathlonkarriere“, sagt Janne. Er war schon früh bei den Wettkämpfen seines Vaters dabei – und begann selbst in jungen Jahren mit dem Ausdauerdreikampf. Als Siebenjähriger war er das erste Kind in der Nachwuchsabteilung der Weltraumjogger. „Am Anfang habe ich noch viel mit meinen Eltern trainiert“, erzählt Janne: „Nach eins, zwei Jahren kamen dann immer mehr Kinder und Jugendliche hinzu.“

Triathlon ist bei den Büttels – auch Jannes zwei Jahre jüngere Schwester Emma betreibt Triathlon leistungssportmäßig – ein Teil des Alltags. Der Sport begleitet die Büttels den ganzen Tag über. Es geht nicht nur, aber es geht viel um Triathlon. „Beim Essen wird schon oft gefragt, wie das Training lief oder welches Training nun ansteht“, erzählt Janne. Er selbst, so sagt er schmunzelnd, sei wohl der, der am meisten über Triathlon spricht. Die Familie gibt ihm auch Rückhalt und Kraft. Er hätte seine letzten Schuljahre auf einem Sportinternat leben können. Er hat sich aber dazu entschieden, in Berlin zu bleiben.

Neben der Schule, die er derzeit mit dem Abitur abschließt, ist Triathlon sein Fixpunkt im Leben. Im Sommer geht er am Wochenende morgens mit Kumpels eine Runde Rad fahren. Nachmittags treffen sie sich dann, um Triathlonwettkämpfe anzuschauen. „Der Sport interessiert mich über meine eigenen Rennen hinaus“, sagt Janne.

Der Triathlon hat über Jahre einen immer größeren Platz in seinem Leben eingenommen. So wie er über die Jahre langsam in den Leistungssport hineingerutscht ist. „Dieser Gedanke wächst in einem selbst“, sagt Janne und fügt an: „Wenn man bei einem Rennen des DTU-Jugendcups dabei ist, will man gut abschneiden und nicht irgendeinen hinteren Platz belegen.“ In seinem zweiten Jahr in der Altersklasse Jugend B belegt er beim Jugendcup-Rennen in Forst den dritten Rang und wurde Dritter in der Gesamtwertung.

Aber bei Kindern und Jugendlichen ist oftmals ein Katalysator dabei. Jemand, der ihnen die Möglichkeiten und Voraussetzungen schafft, um sich leistungssportlich zu orientieren. Bei Janne war das Christian Hoffmann. Hoffmann übernahm vor rund vier Jahren das Nachwuchstraining bei den Weltraumjoggern, das zuvor eher breitensportlich aufgezogen war. „Christian lebt uns Triathlon ganz anders vor“, erzählt Janne. Das Training entwickelte sich nun in Richtung Leistungssport, Wettkämpfe wurden wichtiger, es gab richtige Trainingspläne. „Ich finde das gut. Es macht einem großen Spaß so zu trainieren, wenn einen Triathlon erfüllt“, sagt Janne.

Seine Entwicklung verlief positiv. Im vergangenen Jahr belegte er Rang zwei bei den Deutschen Meisterschaften im Duathlon sowie im Triathlon und Rang zwei in der Gesamtwertung des DTU-Jugendcups (Jeweils in der Jugend A). Zudem gewann er die Einzelwertung beim Rennen der Zweiten Liga Nord in Hannover. „Mein Fernziel sind Olympische Spiele“, sagt Janne und fügt an: „Es kann aber auch sein, dass ich irgendwann auf die Mittel- und Langdistanz wechsle.“ Der Berliner will auf jeden Fall Triathlonprofi werden. „Wenn man den Sport mit diesem Aufwand und diesen Umfängen wie ich betreibt, ist das natürlich das Ziel“, sagt Janne.


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