Triathlon trotz Darmkrankheit

09.03.2020 12:05 von Jonas Klee

Nina Sureck leidet an einer chronischen Darmkrankheit. Dem Sport musste sie daher den Rücken kehren. Dennoch hat sie ein Ziel: Sie möchte einen Triathlon finishen.

Früher war Nina Leistungsschwimmerin und begeisterte Reiterin. Bis vor 15 Jahren bei ihr eine Krankheit diagnostiziert wurde. Kollagene Colitis. Eine chronische Darmkrankheit. Die Folge: Nina muss zehn bis 15 Mal pro Tag auf die Toilette. Sie hat regelmäßig Bauchschmerzen. Zu allem Überfluss leidet Nina an Zöliakie, eine durch eine Gluten-Unverträglichkeit verursachte Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Außerdem hat sie eine Fructoseintoleranz.

Nina findet einen Weg, sich mit ihren körperlichen Einschränkungen zu arrangieren

An Sport ist für sie also erst mal nicht mehr zu denken. Sie kehrt ihrem Hobby schweren Herzens den Rücken. Stattdessen konzentriert sie sich auf ihre Zukunft, schließt eine Ausbildung als Massage- und Wellnesstherapeutin ab und macht sich selbstständig. Das Gefühl, sich beim Sport auszupowern und Spaß zu haben, vermisst sie dennoch.

Schließlich trifft Nina einen Arzt, mit dessen Hilfe sie die Krankheit einigermaßen in den Griff bekommt. Sie findet einen Weg, sich mit ihren körperlichen Einschränkungen zu arrangieren. Die Beschwerden gehen zwar nicht ganz weg, doch sie wagt sich wieder an Sport heran.

Sie fängt an zu laufen und fährt ab und zu Fahrrad. Vor zwei Jahren sieht Nina im Fernsehen dann eine Übertragung des Ironman Hawaii. Sie ist begeistert von den Leistungen der Athleten*innen – und hat plötzlich einen Traum. Denn auch sie sehnt sich nach einer sportlichen Herausforderung. Gut, eine Langdistanz muss es ja nicht gleich sein, denkt sie. Aber sie setzt sich das Ziel, einen Triathlon zu finishen.

Wenn sich Nina etwas vornimmt, dann zieht sie es auch durch. Also fängt sie an, sechs Mal die Woche zu trainieren. Meist morgens, bevor sie arbeiten muss. Training bleibt jedoch weiterhin mit Schwierigkeiten verbunden. Vor allem beim Laufen. Das kann sie nur, wenn sie sich gut genug fühlt.

Es gibt immer einen Weg, egal wie steinig dieser zunächst aussehen mag

Rund ein Jahr später, 2018, steht Nina im Wasser des Poggensees (Schleswig-Holstein), um ihren ersten Triathlon zu absolvieren. Es ist ein sehr warmer Tag. Ihre ganze Familie ist dabei, um sie anzufeuern. Das gibt ihr Kraft. Nina muss kämpfen. Doch sie trotzt den Algen im See, der Hitze und der drohenden Dehydrierung. Und als sie ins Ziel kommt, wird sie von ihren Gefühlen überwältigt. Ihr kommen Freudentränen. Auch heute kriegt Nina noch eine Gänsehaut, wenn sie an diesem Moment denkt.

Der Zielleinlauf macht Nina so glücklich und stolz, dass sie sich vornimmt, von nun an jedes Jahr eine neue Triathlon-Distanz in Angriff zu nehmen. Und tatsächlich: im vergangenen Jahr absolviert Nina die Olympische Distanz. Im zweiten Versuch zwar, doch sie bleibt hartnäckig. Für dieses Jahr hat sie sich die Mitteldistanz vorgenommen. Nächstes Jahr will sie an der Langdistanz in Glücksburg teilnehmen.

Mit ihrem Fleiß und Ehrgeiz hat Nina mittlerweile viele Menschen in ihrem Umfeld angesteckt. Für ihren nächsten Triathlon trainiert sie sogar mit Freunden und ihrer Familie. Viele fragen Nina, wie sie das alles schafft. Ihre Antwort ist immer die gleiche: Wenn man sich etwas vornimmt, dann schafft man das. Es gibt immer einen Weg, egal wie steinig dieser zunächst aussehen mag.

Du hast eine tolle Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dich und der Triathlon verbindet etwas Spezielles? Du hast viel durchgemacht, aber der Triathlon hat dir immer Halt gegeben? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.


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