Rückblick 2019: Erfolgreiches Jahr für die deutschen Age Grouper

09.01.2020 09:30 von Jonas Klee

Das Triathlon-Jahr 2019 verlief für die Age Grouper der DTU äußerst erfolgreich. Insgesamt gewann die deutsche Altersklassen-Nationalmannschaft 164 Medaillen – und damit ganze 46 mehr als im Vorjahr. An der hervorragenden Edelmetall-Ausbeute waren zahlreiche Athleten beteiligt. Exemplarisch für diese großartigen Leistungen widmet sich der Jahres-Rückblick dieses Mal zwei ganz besonderen Menschen: Steffen-Luis Neuendorff und Angela Boczek.

 Steffen-Luis Neuendorff: "gesund bleiben" und Medaillen sammeln

Der erste Wettkampf in die Saison 2019 war im Januar die Weltmeisterschaft im Winter-Triathlon in Asagio (Italien). Eine der fünf Goldmedaillen der DTU gewann Steffen-Luis Neuendorff (Hessen) in der Altersklasse 75. Überhaupt war der 75-Jährige mit fünf Goldmedaillen und je einer Silber- und Bronzemedaille einer der erfolgreichsten deutschen Triathleten 2019. Wie so oft in den vergangenen Jahren. Und wenn es nach ihm geht, soll das auch in den kommenden Jahren so bleiben.

„Triathlon gibt mir die perfekte Möglichkeit, gesund zu bleiben“, sagt er. „Das ist für mich wesentlich. Ich treibe noch immer sehr viel Sport. Egal ob Gymnastik, Inlineskaten, Radfahren, Mountainbike, Ski-Langlauf oder Laufen. Für diesen Alltag bin ich sehr dankbar. Die ganzen Wettkämpfe und Medaillen sind mir gar nicht so wichtig. Die entstehen einfach aus meinem Training“, so Neuendorff.

Neben der Gesundheit spielt für ihn aber noch etwas anderes eine große Rolle: „Ich schätze die Kameradschaft unter den Triathleten wirklich sehr. Im deutschen Team kenne ich fast jeden. Alle sind sehr hilfsbereit“, schwärmt Neuendorff. „Aber ich kenne mittlerweile auch viele internationale Starter aus Amerika oder Japan. Das ist toll. Deswegen habe ich mich auch bereits für die EM und WM im kommenden Jahr angemeldet.“

Angela Boczek: Bei nur einem Rennen zu starten "wäre doch schade"!

Auf das erste Rennen in Asagio folgten für die Age Grouper 19 weitere Events, ehe die EM auf der Triathlon Langdistanz Mitte September in Almere (Niederlande) das Saisonfinale einläutete. Eine Athletin, die an fast der Hälfte aller Rennen teilgenommen hat – und das durchaus erfolgreich – ist Angela Boczek (Niedersachsen). Die 58-Jährige ging bei insgesamt acht Events an den Start und holte dabei viermal Edelmetall. Auf die Frage, warum sie diesen zeitlichen und finanziellen Aufwand auf sich nimmt, sagt sie: „Das ist doch eigentlich ganz einfach. Ich trainiere das ganze Jahr, warum soll ich denn nur bei einem Rennen starten? Das wäre doch schade!“

Mittlerweile nimmt Boczek auch an Cross-Rennen teil. „Ich bin zuerst über meinen Sohn darauf gekommen. Erst zum Cross-Duathlon, dann zum Cross-Triathlon“, sagt sie. Bei den Events der Age Grouper gefällt ihr vor allem die Internationalität und die Atmosphäre. Und beim Cross empfindet sie die etwas kleinere Athletengruppe als sehr familiär. Das ist einer der Gründe, weshalb sie zum Wintertriathlon gekommen ist. „Dafür musste ich zwar erstmal Ski-Langlauf lernen, aber es hat sich gelohnt. Für das nächste Jahr im Winter bin ich schon wieder angemeldet“, freut sich die 58-Jährige.

Auch dank Boczek und Neuendorff kann sich die Bilanz der DTU Altersklassen-Nationalmannschaft im Jahr 2019 durchaus sehen lassen: 61-mal Gold, 53-mal Silber und 50-mal Bronze. Die meisten Medaillen wurden aus deutscher Sicht bei der Multisport EM in Targu Mures (19-mal Gold, 12-mal Silber, achtmal Bronze), bei der EM in Weert (zehnmal Gold, achtmal Silber, sechsmal Bronze) und bei der WM in Lausanne (achtmal Gold, fünfmal Silber und sechsmal Bronze) gewonnen. Lena Gottwald (Bayern), die in der AK 20 startet, war die einzige deutsche Athletin, die sowohl in Weert, als auch in Lausanne Gold holte. Bei den Männern gelang dieses Kunststück Heiko Hentrop (Schleswig-Holstein), Frank Manthey (Berlin) sowie Lothar Stall (Niedersachsen), der in Lausanne sowohl über die Sprint-, als auch über die Kurzdistanz Gold gewann.

Lisa Henkel freut sich über ein "erfolgreiches Jahr" und den "Anstieg der Teilnehmerzahlen"

„Wir freuen uns sehr, dass die Altersklassen-Nationalmannschaft ein so erfolgreiches Jahr hinter sich hat. Auch der Anstieg der Teilnehmerzahlen im Vergleich zum Vorjahr ist äußerst erfreulich. Ein Grund dafür war sicherlich die gute Erreichbarkeit der Top-Events in Weert (EM) und Lausanne (WM)“, blickt Lisa Henkel – bei der DTU für den Bereich Amateursport zuständig – auf die Saison zurück. „Auch im Jahr 2020 finden mit der EM in Walchsee und der WM in Almere wieder zwei Highlights mehr oder weniger vor unserer Haustür statt. Zudem haben wir die Duathlon-EM über die Mitteldistanz in Alsdorf im eigenen Land. Wir hoffen daher auf ähnlich viele Starts unserer Athletinnen und Athleten.“

Die Anmeldung für die internationalen Altersklassen-Meisterschaften im kommenden Jahr ist bereits geöffnet.


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