Mein schönstes Triathlon-Erlebnis: Ulrike

16.07.2020 14:02 von Thorsten Eisenhofer

Als ich beim Triathlon in Norderstedt 2019 in der ersten Wechselzone stand, um auf meinen Einsatz als Staffelstarterin zu warten, war ich nervös. Sehr nervös. Die Staffel bildeten neben mir meine beiden Zwillinge Eike und Jan, zu diesem Zeitpunkt jeweils elf Jahre alt. Ich hatte Bammel, dass meine Jungs die Sache mit der Wettkampfaufregung meistern. Ich hatte Bammel, dass ich selbst das mit der Aufgeregtheit hinbekomme, was ich meinen Jungs allerdings nicht verraten habe. Und ich hatte vor allem Bammel, dass Eike mich in der Wechselzone nicht findet und ich zum Radpart starten kann. Ich hatte Schnappatmung – schon bevor ich losgefahren bin.

Die Staffelstarter starten beim Triathlon in Norderstedt zusammen mit den Athleten des Volkstriathlons. Eike musste also zusammen mit vielen deutlich älteren Athleten ins Wasser. Es war sehr voll beim Start - und später auch im See. Die Wechselzone war sehr groß und Eike hatte zuvor noch nie an einem Triathlon teilgenommen. Daher habe ich Jan losgeschickt. Jan sollte beim Schwimmausstieg auf Eike warten und ihn dann durch die Wechselzone lotsen. Jan hatte zuvor schon einige Triathlonwettkämpfe absolviert. Er hatte Erfahrung. Und diese Erfahrung hat geholfen, Eike den Weg zu mir zu weisen. Es war toll, wie sich die beiden Jungs unterstützt haben. Und ich hatte eine kleine Sorge weniger.

Die Jungs durften die Disziplin wählen, in der sie starten wollen. Eike hat das Schwimmen gewählt, Jan das Laufen. Darüber war ich ehrlich gesagt sehr erleichtert. Ich bin keine gute Schwimmerin und war sehr froh, dass das Radfahren übrig blieb. Ich hatte schon zuvor zweimal in einer Staffel den Radpart übernommen.

Es ist etwas ganz Besonderes, einen sportlichen Wettkampf zusammen mit seinen Kindern zu absolvieren. Mir geht immer noch das Herz auf, wenn ich daran denke. Mein Mann und ich – er war Ruderer, ich habe inder Ersten Prellball-Bundesliga gespielt - haben immer versucht, unsere Begeisterung für den Sport an unsere Kinder weiterzugeben. Ich bin der Überzeugung, dass sportliche Eltern in der Regel auch sportliche Kinder haben. Natürlich sitzen unsere Jungs auch oft am Handy. Aber sie haben früh gelernt, dass Sport auch zur Alltagsroutine gehört. Jan spielt Handball, Eike macht Bogenschießen. Und Triathlon finden sie beide ganz dufte.

Für mich war es ein besonderes Erlebnis, den Triathlon zusammen mit ihnen zu absolvieren. Ich fand es toll, dass es meinen heranwachsenden Kindern nicht peinlich war, den Triathlon zusammen mit ihrer Mutter zu absolvieren. Es ist vielleicht einmal eines der am weitesten in ihrem Leben zurückliegenden Ereignisse, an die sie sich später mal erinnern können. In zwei Jahren haben sie wahrscheinlich keine Lust mehr, zusammen mit ihrer Mutter an den Start zu gehen. Dann gibt es aber immerhin dieses eine Mal, als wir zu dritt einen Triathlon absolviert haben.

Jan probiert viel aus, ist eher der Draufgänger und ist bereits bei einigen Wettkämpfen gestartet. Eike ist der Ruhigere der beiden, nicht so der Typ Draufgänger. Ihn muss man manchmal ein bisschen anschieben. Ich wollte ihm mit dem Staffelstart die Angst vor seinem ersten Triathlon nehmen, ihm zeigen, dass es sogar richtig Spaß machen kann. Ich glaube, die Botschaft ist angekommen. Seit jenem Rennen will Eike unbedingt beim nächsten Triathlon in Norderstedt einen Einzelwettkampf absolvieren. So wie sein Bruder Jan schon im vergangenen Jahr. Jan ist nämlich vor der Staffel schon im Einzelrennen gestartet. Als wir am Ende des Staffelwettbewerbes zusammen über die Ziellinie gelaufen sind, musste ich trotzdem aufpassen, dass mir die Jungs nicht wegsausen.

Du hast auch ein schönstes Triathlon-Erlebnis? Einen Moment, der dich für immer mit der Sportart verbindet? Egal, ob du diesen im Training, im Wettkampf, auf Reisen oder als Zuschauer erlebt hast, sende uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de - und vielleicht erscheint hier schon bald deine Geschichte.


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