"Privileg, mit solchen Superstars an der Startlinie zu stehen"

22.07.2020 11:54 von Thorsten Eisenhofer

Maximilian Sperl will mit dem EJOT Team TV Buschhütten am Sonntag den Swim & Run, das zweite Rennen der Saison der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, gewinnen. Wir haben mit ihm über das Leben als Leistungssportler, den Umweg über die USA und Schwierigkeiten, einen Flug nach Deutschland zu bekommen, gesprochen.

Welche Rolle spielte und spielt die 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga in deiner Entwicklung?

Zum einen sind die Bundesligarennen gut, um etwas auszuprobieren. Zum anderen starte ich für ein Team, in dem die Athleten selbst, aber auch das Umfeld, erwarten, dass man im Rennen abliefert. Und das ist auch mein eigener Anspruch. Und außerdem sind Bundesligarennen super organisierte Rennen, bei denen man die Chance hat, mit Weltklasse-Athleten gemeinsam an der Startlinie zu stehen.

Du startest für Buschhütten, die Mannschaft, die in den vergangenen Jahren immer Deutscher Meister geworden ist. Verspürst du Druck bei deinen Einsätzen?

Es motiviert mich eher, für Buschhütten zu starten, als das ich Druck verspüre. Ich starte zusammen mit Athleten wie Richard Murray oder Ryan Sissons, die noch ein Level besser sind als ich. Es ist toll, dass die Jungs so locker drauf sind und dass ich noch einiges von ihnen abschauen kann.

Was bedeutet es dir, für Buschhütten zu starten?

Es ist schon ein Privileg, mit solchen Superstars an der Startlinie zu stehen. Es macht unglaublich viel Spaß, auch weil Bundesligarennen vom drumherum für mich ganz anders sind als andere Wettkämpfe. Da muss man selbst viel organisieren, Flugreisen oder Unterkünfte zum Beispiel. Bei den Bundesligarennen kann ich mich auf meine Leistung konzentrieren, weil der Verein für alles sorgt. Es ist quasi ein Rundum-Sorglos-Paket.

Welche Ansprüche hast du für Sonntag?

800 Meter Schwimmen sind 800 Meter Schwimmen, 5 Kilometer Laufen sind 5 Kilometer Laufen. Es sind Zahlen, die sich vergleichen lassen. Ich will das Bestmögliche rausholen und zeigen, was das Training gebracht hat.

Buschhütten steht in der Regel immer oben. Entsprechend wird das auch am Sonntag euer Ziel sein.

Auf jeden Fall. Das ist immer unser Ziel. Seitens der Teamleitung gibt es aber keine Vorgaben. Jeder soll im Rahmen seiner Möglichkeiten den Wettkampf absolvieren.

Der Swim & Run ist aufgrund der Coronakrise dein erstes Rennen 2020.

Als alles anfing, war ich gerade in die USA geflogen, um beim Weltcup in Sarasota zu starten. Der wurde dann jedoch abgesagt. Es war dann gar nicht so einfach, wieder nach Deutschland zurückzukommen. Ich habe ein paar Tage gewartet, bis ich zurückfliegen konnte. Ich habe dann einen Flug mit drei Zwischenstopps bekommen. Es war einer der letzten Flüge aus den USA, mit dem man noch nach Deutschland gekommen ist. Da habe ich Glück gehabt.

Hattest du Angst, nicht mehr zurückzukommen?

Ich würde nicht sagen Angst. Ich habe vier Jahre in den USA studiert, habe viele Kontakte dorthin. Viele Leute haben mich unterstützt, haben mir auch angeboten, dass ich bei ihnen wohnen kann, wenn ich nicht mehr zurückkommen sollte.

Warum bist du zum Studieren in die USA gegangen?

Ich habe sehr spät mit Triathlon begonnen. Nach dem Abitur war mir klar, dass ich noch nicht gut genug bin, um im Triathlon voll durchzustarten. Ich wusste, ich brauche noch ein paar Jahre Training, um abschätzen zu können, ob ich ein richtig guter Triathlet werden kann. Daher habe ich mich für ein Studium in den USA entschieden. Ich konnte mich so sportlich weiterentwickeln und gleichzeitig ein Studium abschließen.

Und dann wusstest du, dass du eine leistungssportliche Laufbahn angehen möchtest.

Im Mai 2019 bin ich mit dem Studium fertig geworden und dann im Herbst an den Stützpunkt nach Nürnberg gegangen.

Mit welchen Zielen?

Es war klar, dass 2020 für mich ein Übergangsjahr wird. Es ist schließlich das erste Jahr, in dem ich mich voll auf den Sport konzentriere. Ich habe gemerkt, wie viel leistungsfähiger man ist, wenn man nach dem Training nicht lernen muss, sondern alles dem Sport unterordnen kann. Mein Ziel war es eigentlich, dieses Jahr in Weltcups an Top-Ten-Rängen zu schnuppern. Das muss ich nun auf 2021 verschieben.

Mir hat es auf jeden Fall gut getan, dass ich mich aufgrund der Coronakrise in den vergangenen Wochen voll auf das Training konzentrieren kann – ohne Trainingspausen wegen Wettkämpfen. Ich merke, welche Leistungsfortschritte ich gemacht habe. Das will ich am Sonntag zeigen.

Der Swim & Run ist am Sonntag um 9 Uhr, um 11.30 Uhr und um 14.30 Uhr auf dem Insagram-Live-Kanal der DTU zu verfolgen.


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