Mein erster Triathlon (29): Profi-Windsurfer Valentin Böckler

20.05.2020 12:30 von Jonas Klee

Wie war das noch damals? Wie ging es los? In unserer Serie „Mein erster Triathlon“ erzählen Profisportler, Altersklassen-Athleten oder Menschen, die beruflich mit Triathlon zu tun haben, von ihren Anfängen im Ausdauerdreikampf. Heute: Valentin Böckler. Der 28-Jährige gehört seit vielen Jahren zu Deutschlands besten Freestyle-Windsurfern. Doch nach einer eher zufälligen Teilnahme an einem Triathlon, will Valentin nun mehr.

Als professioneller Windsurfer konnte ich viele großartige Erfolge feiern. Unter anderem wurde ich in der Disziplin „Freestyle“ Junioren Europameister, im vergangenen Jahr wurde ich Deutscher Meister. Anderen Sportarten gegenüber war ich dennoch immer sehr aufgeschlossen. Ich habe viel ausprobiert. Was Triathlon genau ist, wusste ich lange Zeit nicht. Erst durch meinen Onkel bin ich zu der Sportart gekommen. Seitdem hat sie mich aber nicht mehr losgelassen.

Mein Onkel fragte er mich, ob ich nicht auch mal mitmachen wolle. „Ja klar, warum nicht!“

Schon seit vielen Jahren nimmt mein Onkel regelmäßig an Triathlons über die Sprintdistanz teil. Vor rund drei Jahren, es war Weihnachten, fragte er mich, ob ich nicht auch mal mitmachen wolle. Da ich bereits den einen oder anderen Wein intus hatte, antwortete ich: „Ja klar, warum nicht!“

Im Sommer 2018 nahm ich dann tatsächlich an meinem ersten Triathlon in Hamburg teil. Es war eine Sprintdistanz. Dazu muss man sagen, dass ich mich recht wenig vorbereitet hatte und beim Schwimmen nach gefühlten 50 Meter bereits Atemprobleme bekam. Naja, was soll ich sagen. Beim Windsurfen ist man halt auf einem Board und nicht direkt im Wasser unterwegs.

Auch wenn meine Schwimmzeit nicht rekordverdächtig war, konnte ich beim Radfahren und Laufen noch einiges rausholen und beendete meinen ersten Triathlon in 1:15 Stunde als 19. in meiner Altersklasse - von 220 Teilnehmern. Es war für mich ein tolles Ergebnis. Doch unabhängig von meiner Leistung war ich angefixt.

Ich weiß nicht genau wieso, aber die Abwechslung zwischen den drei Disziplinen und der Wettkampf gegen die Zeit, haben es mir angetan. Bei Windsurfwettkämpfen hat man in einem K.O.-System nur wenige Minuten Zeit, zu zeigen, was man drauf hat. Der Puls schnellt hoch. Die Aufregung ist riesig. Dann ist es aber relativ schnell vorbei. Beim Triathlon ist die Intensität genauso hoch, aber über einen deutlich längeren Zeitraum. Mir gefällt das sehr. Es macht mir großen Spaß. Seit meinem ersten Triathlon bin ich süchtig nach diesem Gefühl geworden. Ich wollte mehr!

Im gleichen Jahr konnte ich auf der Durchreise zu einem Windsurfwettkampf in Spanien einen Abstecher zum Locarno Triathlon am Lago Maggiore machen. Mit der Zeit lernte ich auch richtig zu schwimmen, oder besser gesagt: ich lernte das Kraulen. 2019 infizierte ich auch meinen Papa und meinen Bruder vom Triahtlon. Gemeinsam nahmen wir an drei weiteren Wettkämpfen über die Sprintdistanz teil. Mittlerweile kratze ich an der Stunden-Marke.

"Und weil es so schön ist, muss man sich ja weitere Ziele stecken"

Und weil es so schön ist, muss man sich ja weitere Ziele stecken. Im Mai wollte ich eigentlich auf Mallorca meine erste Mitteldistanz absolvieren. Daraus wird leider erstmal nichts. Der Triathlon wurde aufgrund der Corona-Krise verschoben. Trotzdem trainiere ich weiter hart. Vielleicht kann ich mir diesen Traum im Oktober erfüllen.

Ich weiß noch nicht, wo mich meine sportliche Reise hinführen wird. Mit 28 Jahren gehöre ich beim Windsurfen schon zu den Alten Hasen. Beim Triathlon könnte ich vielleicht noch einmal durchstarten. Ich bin gespannt.

Du hast auch eine spannende Geschichte, wie du zum Triathlon gekommen bist? Dein erstes Rennen verbindest du mit tollen Erinnerungen, witzigen Momenten oder einer ganz besonderen Anekdote? Deine Geschichte sollten wir unbedingt kennen? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@dtu-info.de. Und vielleicht erscheint hier bald ein Bericht über deinen ersten Triathlon.


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