Mein Lieblings-Triathlonfoto: Katharina Möller

30.10.2020 11:47 von Thorsten Eisenhofer

Das Februar-Trainingslager mit dem Baden-Württembergischen Triathlonverband ist mein Lieblingstrainingslager. Bis dahin habe ich den Herbst und Winter bei Dunkelheit, Nässe und Kälte in Deutschland trainiert. Nun kann ich in kurzer Hose und kurzem Trikot über Mallorca radeln, im Pool schwimmen und werde braun. Das ist toll. Der Höhepunkt in jedem Februar-Trainingslager ist die lange Radausfahrt. Die ist quasi legendär. Da fahren wir an einem Tag bis zu 180 Kilometer mit einigen Pässen.

Solch eine lange Ausfahrt ist im Sommer für mich kein Problem. Im Februar, wenn die Form noch nicht so gut ist, ist sie hart. Als ich vor sechs Jahren das erste Mal im Februar auf Mallorca dabei war, musste ich – altersbedingt – noch nicht so eine lange Strecke fahren. Aber die Älteren haben Geschichten aus den vergangenen Jahren erzählt, die die Vorfreude auf diesen Tag nicht unbedingt gesteigert haben. Diese Geschichten drehten sich um Athlet*innen, die völlig entkräftet erst nach acht, neun Stunden wieder am Hotel ankamen. Und die dann das Abendessen verpasst haben. Es klang in meinen Ohren wie eine doppelte Bestrafung.

Ich hatte keine Angst vor meiner ersten langen Radausfahrt aus Mallorca, aber gehörig Respekt. Ich habe versucht, den Tag als Abenteuer zu sehen. Bislang ist mir das jedes Jahr ganz gut gelungen. Abendessen habe ich zumindest jedes Mal bekommen.

Die lange Ausfahrt ist vor allem zu Beginn immer lustig. Wir Mädels fahren zusammen, es wird gequatscht und gescherzt. Aber mit jeder Stunde, vor allem wenn es dem Ende entgegen geht, wird die Stimmung schlechter. Die letzten 50 Kilometer fahren wir in der Regel nur noch schweigend nebeneinander her. Manchmal schicken uns die Jungs Fotos, wenn sie bereits zurück im Hotel sind und abhängen. Motivierend ist das nicht unbedingt.

Im vergangenen Jahr hatte unser Trainer Wolfram Bott, der mit uns Mädels gefahren ist, einen Platten. Zu Beginn eines Anstieges. Nun ja, die eine oder andere von uns Athletinnen hatte sich in dem Moment auch gewünscht, in das Begleitfahrzeig steigen zu dürfen. So sind wir Mädels die letzten 100 Kilometer alleine gefahren. Ich glaube, wir hatten leichte Orientierungsschwierigkeiten. Wir sind schließlich erst eineinhalb Stunden nach den Jungs wieder in der Unterkunft gewesen. Das kann nicht nur daran gelegen haben, dass die Jungs etwas schneller sind.

Was echt cool ist: Jeder kann bergauf sein Tempo fahren, wir warten auf dem Pass aufeinander. Alle eineinhalb, zwei Stunden gibt es an einer Tankstelle eine Pause, um eine Cola oder Schokolade zu kaufen. Und natürlich halten wir auch immer mal an einem schönen Ort, um ein Foto zu machen. So ist auch das Foto entstanden, das eines meiner Lieblings-Triathlon-Fotos ist.


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