Allgemeines

Para Triathlon ist eine der jüngsten und gleichzeitig attraktivsten Sportarten für Menschen mit Behinderung. Wie im Triathlon auch geht es darum, Schwimmen, Radfahren und Laufen bestmöglich zu kombinieren und am schnellsten zu absolvieren. Die Athletinnen und Athleten werden dabei in insgesamt sechs Klassen je nach Schwere ihrer Behinderung eingeteilt (mehr dazu unter dem Punkt Klassifizierung).

2016 feierte Para Triathlon in Rio (BRA) sein Debüt bei den Paralympischen Spielen. Für Deutschland war es ein besonders schönes: Martin Schulz (Leipzig) wurde in der Startklasse PTS4 zum ersten Paralympics-Sieger überhaupt gekürt.

Die Internationale Triathlon Union (ITU) entwickelt Para Triathlon stetig weiter. Ab der Saison 2018 gibt es die World Para Triathlon Series: eine WM-Serie für Para Triathleten, die vergleichbar mit der World Triathlon Series (WTS) ist und aus drei Rennen sowie dem Grand Final besteht. Hinzu kommen acht Para Triathlon Weltcups, die das mittlerweile breite Angebot internationaler Wettkämpfe für Para Triathleten komplettiert.

Im Ranking-System der ITU gibt es derzeit weltweit 277 männliche und 110 weibliche Para Triathleten.

Das Wettkampfformat

Internationale Wettkämpfe und Meisterschaften werden in der Regel über die Sprintdistanz ausgetragen. Dabei absolvieren die Athletinnen und Athleten 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren (Handbike) und 5 Kilometer Laufen (Rennrolli).

Deutsche Meisterschaften werden über folgende Distanzen ausgetragen: Supersprint (300m Schwimmen, 10km Radfahren, 1,5km Laufen), Sprint, Kurzdistanz (1,5/40/10) und Mitteldistanz (1,9/90/21).

Besonderheiten

Rollstuhlathletinnen und -athleten werden von sogenannten „Handlern“ aus dem Wasser zur Wechselzone 1 getragen, wo sie selbstständig in ihr Handbike wechseln.

Blinde und sehbehinderte Athletinnen und Athleten starten mit einem Guide, der sie während des gesamten Wettkampfs begleitet. Beim Radfahren kommt ein Tandem zum Einsatz.

Geschichte

Ende der 1990er Jahre gab es erstmals Bestrebungen, sowohl innerhalb der Deutschen Triathlon Union (DTU), also auch innerhalb der ITU, Triathlon für Menschen mit Behinderung möglich zu machen. Die ITU richtete 1996 die erste Weltmeisterschaft für Para Triathleten aus, die ETU folgte 2007 mit den ersten Europameisterschaften. 2010 fiel dann die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Para Triathlon in das Programm der Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro aufzunehmen.

In Deutschland fanden 1999 in Witten die ersten nationalen Titelkämpfe über die Sprintdistanz statt. Mittlerweile gibt es Deutsche Meisterschaften auch über die Supersprintdistanz, die Kurzdistanz und die Mitteldistanz, mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen. Die ersten ehrenamtlichen Para Triathlon Beauftragten der DTU waren Marion Peters und Dr. Andreas Falarzik.

Das Highlight der DTU Para Triathlon Geschichte ist die ITU Para Triathlon Weltmeisterschaft 2007 in Hamburg. In enger Zusammenarbeit mit der Upsolut Events GmbH und Eventerprise sowie unzähligen freiwilligen Helfern gelang es der DTU damals, ein Vorbild hinsichtlich Organisation, Durchführung, Klassifizierung und der Siegerehrung zu schaffen. Die Atmosphäre und das Flair der Binnenalster und des Rathausmarktes in der Hansemetropole waren unbeschreiblich und sind bis heute unübertroffen.

Alfred Lipp ist seit 2006 Para Triathlon Beauftragter der DTU und hat seitdem maßgeblich zur positiven Entwicklung des Para Triathlon beigetragen. Seit 2008 sitzt Lipp auch im Para Triathlon Komitee der ITU, und hat dabei auch für die Aufnahme des Para Triathlon in das Paralympische Programm gekämpft. 2016 wurde er für vier weitere Jahre in diesem Amt bestätigt.

Die DTU und der Deutsche Behindertensportverband (DBS)

Seit Beginn ihrer Para Triathlon Aktivitäten 1999 steht die DTU in regelmäßigem Kontakt mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS, National Paralympic Committee). Im Dezember 2012 unterzeichneten die Verantwortlichen beider Verbände einen Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit zwischen DBS und DTU weiter festigen soll und für den Bereich des paralympischen Leistungssports einige Aspekte regelt. Zudem unterstützt der DBS die DTU bei internationalen Wettkämpfen und Lehrgangsmaßnahmen finanziell.