Vier deutsche Damen beim WM-Heimrennen am Start

15.07.2011 09:14 von Oliver Kubanek

"Nicht von der Kulisse beeindrucken lassen und cool bleiben"

Am Wochenende steht ganz Hamburg im Zeichen des Triathlons. Das vierte Rennen der WM-Serie führt die Starter der Deutschen Triathlon Union auf heimisches Terrain und auf den Auftritt vor 250.000 Zuschauern freuen sich die nominierten Athletinnen ausnahmslos. Angeführt von Svenja Bazlen als aktuell bestplatzierte Deutsche im WM-Ranking setzen alle dabei auf gute Platzierungen.

„Mit einem erneuten Top Ten-Ergebnis wäre ich wieder voll und ganz zufrieden“, sagt die mit der Nummer fünf antretende Gesamt-Neunte. „Ich freue mich schon sehr auf das Rennen, die Stimmung dort ist einfach immer gigantisch.“ Vor ihren Freunden und der Familie hofft Bazlen auf einen ähnlichen Verlauf wie in den vergangenen Wettkämpfen, wo sie sich jeweils in einer Ausreißergruppe vom Feld absetzen konnte.

Davon geht allerdings ihre Nationalmannschafts- und Trainingskollegin Kathrin Müller nicht aus, die erwartet, dass alles auf die abschließenden zehn Laufkilometer ankommen wird. „Die flache Strecke lässt wenig Spielraum auf dem Rad, aber ein harter Radsplit könnte das Laufen für einige schon erschweren.“ Da ihre Formkurve zuletzt stetig bergauf ging, reist Müller mit Selbstvertrauen zu ihrem „Lieblingsrennen“ an die Alster.

Das konnte auch Nachwuchsathletin Sarah Fladung bei der Europameisterschaft in Pontevedra tanken. Entsprechend wird auch sie guten Mutes auf den Startponton steigen. „Ich freue mich sehr auf das kommende Wochenende. Ich hoffe, dass ich in den letzten Jahren viele Erfahrungen sammeln konnte, und am Sonntag einen guten Wettkampf zeigen kann.“

Nicht so rund liefen dagegen die letzten Wochen für die vierte DTU-Starterin Anne Haug. „Da ich meinen Saisonhöhepunkt im April hatte, konnte ich die Form einfach nicht mehr halten und war daher froh über die etwas längere Wettkampfpause zuletzt.“ Die Zeit hat sie für intensives Training genutzt, so dass das Ziel in Hamburg ist, „insbesondere im Schwimmen eine gute Leistung zu zeigen und den Anschluss an das Hauptfeld zu schaffen.“ Als gute Radfahrerin und wohl stärkste Läuferin im DTU-Quartett bedeutete dies eine tolle Ausgangslage für Haug. tl_files/dtu/Bilder/Oliver Kubanek/Anne Haug-Madrid 2011.jpg

Allerdings hat sie im Gegensatz zu den anderen keine Erfahrung beim Eliterennen in Hamburg. Und bei aller Freude über ein Heimrennen, birgt das auch die Gefahr der Übermotivation. Insofern formuliert Müller Erfahrungswerte, über die vermutlich auch Haug froh ist. „Wichtig ist, sich nicht von der Kulisse beeindrucken zu lassen, sondern cool zu bleiben und einfach das zu machen, was man sonst auch macht“, so die 27-Jährige. „Der Kurs ist nicht schwierig, aber die vielen Antritte auf dem Rad kosten Energie und sind nicht zu unterschätzen.“

Das ist auch die Konkurrenz nicht, obwohl einige Starterinnen aus der absoluten Weltspitze in Hamburg fehlen werden, darunter die WM-Führende Paula Findlay aus Kanada. „Vor allem die schnellen Schwimmerinnen aus den Staaten und von der Insel nehmen sich eine Auszeit“, blickt Müller auf das Rennen voraus, ohne daraus aber einen allzu großen Vorteil abzuleiten. „Das lässt Raum für Newcomer und Überraschungen.“

Eine solche erleben die DTU-Damen hoffentlich nicht im Kampf um den dritten Olympiastartplatz, für den noch Punkte gesammelt werden müssen. Denn die Athletinnen aus Spanien und den Niederlande sind komplett am Start.

Ob diese in Schach gehalten werden können, ist zumindest in Ausschnitten in der ARD sonntags ab 15:26 Uhr zu sehen. Live-Bilder gibt es zudem unter www.triathlonlive.tv.

 

Medienkontakt:

Oliver Kubanek, Tel.: 0231-148656, E-Mail: kubanek@dtu-info.de

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